KIRCH-PLEITE Kirch zeigt Deutsche-Bank-Chef Breuer an


Leo Kirch hat den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, wegen Verrats von Geschäftsgeheimnissen, Kreditverleumdung und unbefugter Angaben angezeigt.

Der Medienunternehmer Leo Kirch hat den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, wegen Verrats von Geschäftsgeheimnissen, Kreditverleumdung und unbefugter Angaben über Millionenkredite angezeigt. Ein Kirch-Sprecher in München bestätigte am Wochenende einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«. Grund der Anzeige ist ein Fernsehinterview Anfang Februar, in dem sich Breuer über die Finanzlage Kirchs und das finanzielle Engagement der Deutschen Bank geäußert hatte.

Sonderwissen weitergegeben

Die Strafanzeige wurde am Freitag beim Landgericht eingereicht. Breuer hatte gegenüber »Bloomberg TV« erklärt, der Finanzsektor sei nicht mehr bereit, der Kirch-Gruppe »auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen«. Laut »Spiegel« argumentieren jetzt Kirchs Anwälte, Breuer habe unbefugt Sonderwissen weitergegeben und »das Gerücht einer Kreditunfähigkeit öffentlich aufgebaut, um die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bank AG...zu verbessern und damit zugleich die Kirch-Gruppe in ihrem Ansehen und ihrem Kredit zu schädigen«.

»Kreditverleumdung«

Die Angaben des Deutsche-Bank-Chefs seien zudem unwahr gewesen, heißt es dem »Spiegel« zufolge in der Argumentation weiter. Tatsächlich hätten Unternehmen der Kirch-Gruppe auch am Tag des Interviews mit Banken in Kreditverhandlungen gestanden und davor und danach Kredite gewährt bekommen. Es handele sich deshalb »um eine qualifizierte Kreditverleumdung«.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) fordert laut »Spiegel« von KirchMedia eine Nachzahlung von 24 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche statt der fälligen 103 Millionen Euro 24 Millionen Euro für die Rechte an der Bundesliga überwiesen und dies damit begründet, dass uneingeschränkt nur für Leistungen aufzukommen sei, die seit dem Insolvenzantrag am 8. April erbracht worden seien. Allerdings, seien seitdem nicht nur zwei, sondern vier Spiele von Kirch-Sendern übertragen worden, und DFL-Chef Werner Hackmann wolle alle Spieltage vergütet wissen.


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