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Konjunkturprognose des IfW: Deutsche Wirtschaft wächst schneller als erwartet

Zuletzt hatte die deutsche Wirtschaft ein wenig geschwächelt, doch nun zieht die Konjunktur offenbar wieder an. Das dürfte auch den Arbeitsmarkt und die Konsumlaune der Bürger beflügeln.

Die Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise gibt der deutschen Konjunktur nach Einschätzung von Wirtschaftsforschungsinstituten Auftrieb. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet 2012 ein Wachstum von 0,7 Prozent in Deutschland, wie es am Donnerstag mitteilte. Im Winter hatten die Forscher ihre Erwartungen wegen der Krise noch von 0,8 auf 0,5 Prozent zurückgenommen. 2012 erwarten die Forscher sogar den "Eintritt in die Hochkonjunktur" mit einem Wachstum von 1,9 Prozent.

Die Kieler stimmen mit ihrer Einschätzung mit der Prognose der Bundesregierung überein. Besonders optimistisch zeigte sich jüngst das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Es erwartet ein Wachstum von 1,3 Prozent 2012 und 2,2 Prozent im nächsten Jahr. Schwächer fallen dagegen die Erwartungen von Bundesbank und Deutscher Bank mit einem Wachstum von 0,6 beziehungsweise 0,5 Prozent in diesem Jahr aus.

Die Schwächephase der Herbst- und Wintermonate werde überwunden, schreibt das IfW. Der Arbeitsmarkt werde weiter beflügelt und die Zahl der Arbeitslosen auf 2,77 Millionen im Schnitt des laufenden Jahres zurückgehen, rund 200.000 weniger als 2011. Im nächsten Jahr sei mit 2,56 Millionen Arbeitslosen zu rechnen.

IfW rechnet mit steigenden Verbraucherpreisen

Infolge des robusten Arbeitsmarktes soll auch der private Konsum weiter zulegen. Im Inland dürfte das "extrem niedrige Zinsniveau" Investitionen einen Schub geben. Der Wohnungsbau wird nach der IfW-Prognose weiter kräftig expandieren. Allerdings sollen auch die Verbraucherpreise mit 2,5 Prozent (2012) und 2,4 Prozent (2013) anziehen. Neben höheren Energiepreisen könnten steigende Lohnstückkosten durchschlagen.

Für den Export gibt es nach Einschätzung der Kieler Wirtschaftsexperten wieder positivere Perspektiven. Er habe unter der Rezession in Ländern des Euro-Raumes sowie einer verlangsamten Expansion in Schwellenländern gelitten. In mehreren Ländern habe sich die Stimmung nicht weiter verschlechtert, zum Teil sogar leicht aufgehellt, schreibt das IfW. Die Einfuhren dürften mit 3,5 Prozent 2012 und 5,7 Prozent im kommenden Jahr allerdings stärker zulegen als die Ausfuhren, so dass der Beitrag des Außenhandels zum Bruttoinlandsprodukt insgesamt negativ sein werde.

mlr/DPA / DPA