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Korruptionsaffäre: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-Chef von MAN

Wegen Bestechung von Kunden hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Chef von MAN Turbo, Heinz Jürgen M., erhoben. Das teilte die Münchner Ermittlungsbehörde am Freitag mit. Am Vortag hatte die Staatsanwaltschaft bereits eine Geldbuße von 75,3 Millionen Euro gegen die MAN-Tochter verhängt

Wegen Bestechung von Kunden hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Chef von MAN Turbo, Heinz Jürgen M., erhoben. Das teilte die Münchner Ermittlungsbehörde am Freitag mit. Am Vortag hatte die Staatsanwaltschaft bereits eine Geldbuße von 75,3 Millionen Euro gegen die MAN-Tochter verhängt.

MAN Turbo fertigt und entwickelt unter anderem Turbomaschinen und Kompressoren. Die Staatsanwaltschaft wirft M. vor, für einen Großauftrag zur Modernisierung und Erweiterung der kasachischen Pipeline auf Drängen des Auftraggebers mehr als 9 Millionen Euro an "Markteintrittsgebühr" gezahlt zu haben.

"Auf Grund der Bestechungsabrede erhielt die MAN Turbo AG den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung der Gasturbinen-Verdichterstation und leistete die versprochenen Zahlungen in der Zeit von Oktober bis Mai 2008", erklärte die Staatsanwaltschaft. M war von Januar bis 2002 bis September 2007 Vorstandschef der MAN Turbo AG.

Zugleich teilte MAN mit, die Vorstandsmitglieder MAN-Turbo-Vorstandsmitglieder Gerhard Reiff und Stephan Funke hätten auf eigenen Wunsch ihre Ämter niedergelegt. Sie wollten damit den Weg frei machen für neue personelle Weichenstellungen. "Der Aufsichtsrat der MAN Turbo AG habe großen Respekt vor diesen Entscheidungen". Beide Manager hätten wesentlich dazu beigetragen, das Unternehmen weiterzuentwickeln.

AP / AP
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