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Kraftstoffpreise: Der geht noch höher, der Ölpreis

Experten sind sich einig: ein Ende des hohen Öl- und damit des hohen Benzinpreises ist nicht in Sicht - im Gegenteil. Unterschiedlich sind die Ansichten bei der Frage: Wie schlimm wird es?

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hält einen weiteren Anstieg der Rohölpreise auf mehr als 100 Dollar pro Barrel für denkbar. "Unter ungünstigen Bedingungen kann auch die 100-Dollar Marke überschritten werden", sagte der Chef der IfW- Abteilung für Umwelt- und Ressourcenökonomie, Professor Gernot Klepper, der "Berliner Zeitung". "Wir müssen uns nur vorstellen, dass die Weltwirtschaft um drei oder vier Prozent pro Jahr wächst, die Gewalt im Irak auf den wichtigsten Ölförderer Saudi-Arabien übergreift und sich die politische Lage in Russland verschlechtert."

Die "Bild"-Zeitung zitiert Sandra Ebner, Ölexpertin der Deka-Bank, mit den Worten, die Rohölknappheit werde sich fortsetzen, der Preis für ein Barrel Rohöl (rund 159 Liter) könne bis auf 70 Dollar steigen. Auch Stefan Bielmeier, Volkswirt der Deutschen Bank, sagte dem Blatt: "Die starke Benzinnachfrage der USA während der Urlaubszeit wird den Ölpreis weiter in die Höhe treiben."

Politik muss sich anpassen

Klepper forderte die Politik auf, aus den hohen Energiepreisen Schlüsse zu ziehen. "Nach den Gesetzen des Marktes werden die Konsumenten von sich aus auf hohe Öl- und Benzinpreise reagieren, also ihren Verbrauch reduzieren. Die Politik wäre klug beraten, diese Anpassungsprozesse aktiv zu unterstützen." So könnte beispielsweise durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die Abhängigkeit weiter Bevölkerungsteile vom Auto vermindert werden. Klepper betonte, dass aus seiner Sicht die hohen Ölpreise nicht dafür sprechen, wieder verstärkt auf Atomkraft zu setzen. "Ich persönlich denke, dass wir uns mit der Atomkraft ohne Not für viele Jahrzehnte auf eine Technik festlegen, die nur wenige Spezialisten beherrschen und bei der die Gesellschaft nach wie vor die Risiken nur schwer abschätzen kann."

DPA/AP / AP / DPA