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Krankenkassen: Jubel über Einnahmeplus

Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen derzeit einen enormen Einnahmeüberschuss. Extrem niedrige Krankenstände führen unter anderem dazu, dass Mitglieder zum Jahresende auf Beitragsenkungen hoffen dürfen.

Knapp acht Monate nach dem Start der Gesundheitsreform zeichnen sich Entlastungen für Kassenpatienten ab. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) stellten Beitragssenkungen für ihre insgesamt 19 Millionen Mitglieder in Aussicht. Nach einem Einnahmeüberschuss von 960,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr würden die Chancen für Beitragssenkungen bei vielen AOKs zur Jahreswende steigen, teilte der Bundesverband am Freitag in Bonn mit.

Gesundheitsreform trägt positive Früchte

Die größte gesetzliche Krankenkasse führte den ersten Überschuss seit Jahren auf "positive Effekte" der Reform zurück. 2003 verzeichnete die AOK noch ein Defizit von 805,6 Millionen Euro. Das jetzige Einnahmeplus sei auch darauf zurückzuführen, dass allein die Ausgaben für Arzneimittel, Krankengeld und Fahrtkosten zwischen 10,4 und 12,2 Prozent gesunken seien.

In welchem Umfang und wann die Beitragssenkungen erfolgen, werden die 17 einzelnen AOKs entscheiden. Zwei Landes-AOKs hätten bereits ihre Sätze reduziert. Anfang August betrug der durchschnittliche AOK-Satz 14,36 Prozent. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) rechnet bis Jahresende mit einem Rückgang unter die 14-Prozent-Marke. Ziel war ursprünglich 13,6 Prozent.

Auch DAK und TK mit Einnnahmeplus

Nach der AOK hat auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) Beitragssenkungen zum Jahreswechsel angekündigt. "Wir haben im ersten Halbjahr einen Überschuss von 200 Millionen Euro erwirtschaftet", sagte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz am Donnerstag. "Das ist schon ganz ordentlich und zeigt, dass die Gesundheitsreform wirkt." Über die Höhe der zu erwartenden "spürbaren" Senkungen werde der Verwaltungsrat erst im Dezember entscheiden.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) hat im ersten Halbjahr einen Überschuss von 95 Millionen Euro erwirtschaftet. Entscheidungen zu Beitragssenkungen werden jedoch auch davon abhängig gemacht, wie hoch die Belastungen durch den Risikostrukturausgleich ausfallen, erklärte TK-Sprecherin Dorothee Meusch am Donnerstag. Die TK-Beitragssätze liegen den Angaben zufolge seit Anfang 2002 bei 13,7 Prozent.

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