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Gut zu wissen: Nasenspray - diese vier Fehler macht fast jeder

Nasenspray sorgt bei Erkältungen für eine freie Nase, birgt aber auch Risiken. Bei der Anwendung sollten Sie diese Fehler daher unbedingt vermeiden. 

Eine Frau hält ein Nasenspray in der Hand

Nasenspray sorgt für eine freie Nase bei Erkältungen

Getty Images

Eine verstopfte Nase ist die wohl nervigste Begleiterscheinung einer Erkältung. Schuld daran sind die Nasenschleimhäute: Sie produzieren Schleim und schwellen mitunter so stark an, dass man nicht mehr durch die Nase atmen kann. Für Abhilfe sorgen Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin. Sie wirken abschwellend und bewirken, dass sich die Blutgefäße in der Nase zusammenziehen. Die Sprays gibt es in Apotheken und auch Supermärkten rezeptfrei zu kaufen - sie wirken in der Regel schnell und zuverlässig, bergen aber auch Risiken. Diese Fehler bei der Anwendung sollten daher unbedingt vermieden werden:

1. Nasenspray zu unbedacht und zu lange anwenden

Ein abschwellendes Nasenspray ist nur für den Notfall gedacht, etwa wenn Sie wegen der verstopften Nasen nicht einschlafen können. Keinesfalls sollten Sie die Mittel unbedacht anwenden oder unnötig zu oft in die Nase sprühen. "Abschwellende Wirkstoffe können auch einen gegenteiligen Effekt auslösen", schreibt die Krankenkasse AOK. Nach einigen Stunden schwillt die Schleimhaut der Nase wieder zu - der sogenannte "Rebound-Effekt" tritt ein. "Rebound" bedeutet übersetzt so viel wie "Rückprall".

"Dieser wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt", warnt die AOK. Gesundheitsexperten raten daher, die Sprays oder Tropfen nicht länger als ein paar Tage durchgehend zu verwenden. Spätestens nach einer Woche sollte das Nasenspray abgesetzt werden. Andernfalls droht eine Gewöhnung.

2. Richtig sprühen - Sprühkopf gedrückt halten

Aus hygienischer Sicht ist es sinnvoll, das Nasenspray nach einem Sprühstoß ganz aus der Nase zu ziehen, bevor erneut gesprüht wird. "Andernfalls ist die Gefahr groß, dass Keime aus der Nase in die Flasche gesaugt werden", warnt der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Ähnliches gelte für Nasentropfen: Die Tropf-Pipette am besten immer mit zusammengedrücktem Saughütchen von der Nasenöffnung entfernen. So verhindern Sie, dass die Restlösung mit Keimen verunreinigt wird und beugen einer erneuten Infektion vor. 

3. Abtrocknen vergessen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, das Nasenspray nach Gebrauch mit einem sauberen Tuch gründlich abzuwischen und erst dann die Schutzkappe aufzusetzen. 

Leiden Sie unter einer chronischen Entzündung der Nebenhöhlen sollten Sie noch penibler vorgehen: In diesem Fall reinigen Sie den Sprühkopf des verordneten Nasensprays nach Gebrauch mit heißem Wasser. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie die Bakterien immer wieder auf die Nasenschleimhäute auftragen.

4. Nasenspray aus der letzten Saison verwenden

Das Spray aus dem letzten Winter ist doch bestimmt noch gut, oder? Nicht zwingend. Aus hygienischen Gründen empfiehlt der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte, zu alte Sprays besser zu entsorgen. "Ein schon mindestens ein Jahr altes Nasenspray muss als potentiell keimbesiedelt gelten und sollte daher nicht mehr verwendet werden", schreibt Michael Deeg, Facharzt für HNO-Heilkunde und Pressesprecher des Berufsverbands der HNO-Ärzte, auf Anfrage.

In jedem Fall lohnt ein Blick in die Packungsbeilage: Dort steht, wie lange das Spray nach Anbruch haltbar ist. Ist der Zeitraum überschritten, sollte das Produkt besser entsorgt werden. Kleine Merkhilfe: auf die Packung schreiben, wann das Spray zum ersten Mal benutzt wurde. So lassen sich zu alte Nasensprays schnell ausfindig machen.

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Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)/ Krankenkasse AOK / Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. (HNO-Ärzte im Netz)

ikr
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