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Schwarz-Gruppe: Lidl-Chef bestätigt Übernahmepläne für Real-Märkte

Auf einem Kongress redete der Lidl- und Kaufland-Chef Klaus Gehrig unter anderem über die Pläne zur Übernahme von 100 Real-Märkten. Außerdem verriet er, was ihm bei der Konkurrenz Sorgen bereitet.

Lidl

Eine Lidl-Filiale in Berlin (Symbolbild)

Als Komplementär der Schwarz Unternehmenstreuhand ist Klaus Gehrig oberster Chef beim Discounter Lidl und der Handelsgruppe Kaufland. Öffentliche Auftritte des Manager-Schwergewichts sind rar. Auf einem Kongress der Dualen Hochschule Heilbronn (welche hauptsächlich von der Stiftung des Lidl-Besitzers Dieter Schwarz finanziert wird) zeigte sich der Lidl- und Kaufland-Chef nun bemerkenswert offen.

Auf dem Podium sprach Gehrig einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge etwa erstmals über die zuvor kolportierten Pläne von Kaufland, etwa 100 Real-Märkte von der Metro-Gruppe zu übernehmen. In der Handelswelt ein Paukenschlag. Man sei in Gesprächen. Bei der Aussicht auf interessante Märkte könnten es dem 70-Jährigen zufolge „auch ein paar mehr werden“. Finanziellen Spielraum für die Übernahme hätte die Schwarz-Gruppe demnach genug. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, ein konkreter Termin für eine Entscheidung wurde jedoch nicht bekannt. 

Aldi bereitet Sorge, Mere eher nicht

Mit Blick auf den ärgsten Konkurrenten Aldi verriet der Lidl-Boss, dass er vor allem Aldi Süd für den härteren Widersacher halte. Im Vergleich zum nördlichen Albrecht-Discounter habe dieser ein stärkeres Format. Dass Aldi vor einigen Jahren mit der Tradition brach, neben den Eigenmarken keine Markenartikel im Sortiment zu listen, hätte ihm eine gewisse Sorge bereitet, so Gehrig. Er kündigte dem Bericht zufolge an, dass Lidl und Kaufland künftig wieder preisaggressiver auftreten würden. 

Angst vor der neuen Konkurrenz aus Russland in Form des Discounters Mere (lesen Sie hier mehr) hat Gehrig dagegen offenbar nicht. Bislang habe dieser nicht für Umsatzverluste gesorgt. Man beobachte den Wettbewerber zwar, halte ihn jedoch nicht für etwas „Langlebiges“, so der Manager.

Bei Biolebensmitteln rechne sich Gehrig für den Lidl zudem gute Chancen aus, Fachgeschäften Kunden abzujagen. Das soll vor allem über den Preis funktionieren. Da der Discounter größere Mengen umschlägt, bieten sich mit Blick auf das Preisniveau andere Möglichkeiten als den Biomärkten. 

Beim Thema Online-Handel äußerte sich Gehrig eher zurükhaltend. Er sehe auch stationär gute Expansionsmöglichkeiten und strebe es nicht an, wie Amazon oder Alibaba zu werden. 

Zehn Fakten zum Discounter : Wofür steht der Name Lidl eigentlich?

Quelle: "Wirtschaftswoche"

rös