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Lieferengpass: Keine Ware mehr: Russen-Discounter Mere schon wieder geschlossen

Erst vor wenigen Tagen eröffnete der Russen-Discounter Mere seine erste Deutschland-Filiale in Leipzig. Nun musste er mangels Ware schon wieder schließen - zumindest vorübergehend. Nachschub ist angeblich unterwegs.

Mere eröffnet in Leipzig

Der neue Discounter Mere in Leipzig.

Picture Alliance

Ein Laden, der deutlich billiger ist als Aldi und Lidl - damit war dem russischen Discounter Mere die Aufmerksamkeit der Sparfüchse gewiss. Zur Eröffnung der ersten Deutschland-Filiale in Leipzig vergangene Woche stürmten die Kunden den Laden, um die Billig-Sensation zu begutachten. Doch der Ansturm war offenbar etwas zu groß: Medienberichten zufolge muss der Laden wegen akuter Warenknappheit vorübergehend schon wieder schließen. 

Unvorhergesehene "Vorlaufzeit"

Die "Rundschau für den Lebensmittelhandel" veröffentlichte am Montag ein Foto einer "Kundeninformation", die an der Scheibe des geschlossenen Mere-Ladens hängt. In dem gedruckten Schreiben heißt es, am 4. und 5. Februar bleibe der Laden "wegen der sehr hohen Nachfrage" geschlossen. "Wir haben sehr schnell reagiert, doch mussten wir feststellen, dass unsere Lieferanten auch eine Vorlaufzeit benötigen." Am 6. Februar sei man ab 9 Uhr wieder da, heißt es weiter, wobei als Jahreszahl versehentlich 2016 statt 2019 genannt ist.

Bereits vor dem Start am 29. Januar hatte es Meldungen über Lieferprobleme gegeben. Letztlich schaffte es der Discounter, zur Eröffnung 400 Produkte anzubieten - vornehmlich Waren aus osteuropäischer Produktion. Aldi und Lidl haben ein deutlich größeres Sortiment und ihre Läden in den vergangenen Jahren für Millionen Euro aufgehübscht. Bei Mere sieht es dagegen ramschiger aus, als es bei Aldi je war. Die neugierigen Kunden in Leipzig trafen auf Paletten voller Kartons und Dosen wie in einem Lager, alles kostet nur wenige Cent. 

Angeblich plant der sibirische Konzern Torgservis, der hinter Mere steht, noch deutlich mehr Filialen in Deutschland aufzumachen. Die Rede ist von bis zu 100 Läden, die in Ostdeutschland das Bedürfnis nach Billigstprodukten befriedigen sollen. Doch offenbar muss man nun erst einmal die Lieferkette auf die Reihe bekommen. 

bak
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