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Schneller als Amazon: Discounter-Shopping im Netz: Lidl startet Online-Supermarkt

Lebensmittel im Netz einkaufen - das soll der große Trend werden. Lidl will Kunden ab Dezember den Online-Discounter bieten. Und ist damit schneller als der seit Jahren erwartete Lebensmittellieferdienst Amazon Fresh.

Lidl verkauft Gemüse und Tiefkühlprodukte bald online

Lidl verkauft Gemüse und Tiefkühlprodukte bald online

Seit Jahren wartet die deutsche Handelsbranche auf den Start von Amazon Fresh, dem Lebensmittellieferdienst des US-Handelsriesen. In den USA und Großbritannien können Kunden schon dort bestellen - doch der Start in deutschland verzögert sich seit Jahren.

Nun drängt ein anderer Akteur auf den Online-Markt: Der zur Schwarz-Gruppe (unter anderem Kaufland) gehörende Discounter Lidl will Kunden künftig ermöglichen, Lebensmittel im Netz zu bestellen und funktioniert seine Filialen zu Abholstationen um, schreibt das "Manager Magazin" und beruft sich auf Unternehmenskreise. Kunden sollen nicht nur Mehl und Getränke, sondern auch anspruchsvolle Waren wie Obst und Gemüse online bestellen können. Allerdings: nach Hause geliefert wird der Einkauf nicht. Die Online-Bestellung verkürzt zwar die Zeit des Einkaufens und lange Schlangen an der Kasse müssen auch nicht gefürchtet werden. Doch ob Kunden diese hybride Form des Einkaufens - ein bisschen online, ein bisschen vor Ort - gefällt, bleibt abzuwarten.

Bei Lidl Lebensmittel im Internet bestellen

Der Verkauf von Lebensmitteln im Netz hat sich bislang nur zögerlich durchgesetzt. Nur rund ein Prozent des 150-Milliarden-Euro-Marktes wird im Internet verdient. Das liegt an dem Einkaufsverhalten der Kunden, die bisher nur einige Warengruppen, etwa Wein, online ordern.


Aber auch das Angebot ist noch überschaubar. Rewe ist bisher Vorreiter: Seit einigen Jahren können Kunden dort online einkaufen und sich die Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Doch der Service ist teuer, die Liefergebühren hoch - bis zu 5,90 Euro werden fällig. Damit kann Rewe kaum Gewinne erwirtschaften - doch der frühe Markteintritt könnte zum Wettbewerbsvorteil werden, wenn sich der Lebensmitteleinkauf zunehmend ins Netz verlagert.


Und genau das prognostizieren Experten. Bis zum Jahr 2020 könnte der Umsatz mit Lebensmitteln auf 20 Milliarden Euro steigen, so eine Studie. Gut für denjenigen, der sich früh auf dem Markt etabliert.

Lidl analysiert Daten der Kunden

Starten soll Lidls neuestes Projekt im Dezember in Berlin. Wann weitere deutsche Städte dazukommen, schreibt das Blatt nicht. Laut dem "Manager Magazin" baue Lidl seine Digital-Einheit massiv aus. Bereits jetzt habe der Bereich E-Commerce schon rund 1000 Mitarbeiter. Ihre Aufgaben umfassen nicht nur den Internetverkauf, sondern - so wie bei Amazon - die Analyse von Kundendaten. 

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kg