Fluggästen drohen seitens der Pilotengewerkschaft VC Cockpit in dieser Woche keine Streiks. Man verzichte vorläufig auf Arbeitskampfmaßnahmen wegen des eskalierten Konflikts im Nahen Osten, teilte VC in Frankfurt mit. Die aktuellen Entwicklungen stellten Fluggesellschaften, Crews und Passagiere vor erhebliche Herausforderungen, teilte die Gewerkschaft in Frankfurt mit. "In der gegenwärtigen Situation haben insbesondere Rückführungsflüge, die Sicherheit der Passagiere sowie die Aufrechterhaltung der Versorgung über die Luftfracht höchste Priorität."
Wegen des Iran-Kriegs ist der Luftverkehr im Nahen Osten stark gestört. Tausende Urlauber aus der ganzen Welt sitzen im Kriegsgebiet fest. Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind laut Reiseverband DRV von der Eskalation in der Golfregion betroffen. Die Lufthansa hat Flüge zu mehreren Zielen im Nahen Osten bis 8. März ausgesetzt und meidet den Luftraum in der Region weitgehend.
Erst kürzlich hatten sich die Piloten von VC Cockpit per Urabstimmung bei der Lufthansa-Tochter Cityline streikbereit gemacht. Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft hatten die Piloten zudem vor wenigen Wochen für einen Tag die Arbeit niedergelegt. In der Folge fielen mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren aus.
Langfristig auf Arbeitskampfmaßnahmen verzichten will VC aber nicht. Der Tarifkonflikt bestehe weiterhin, betonte die Gewerkschaft. "Wir beobachten die Lage und bewerten die Situation kontinuierlich neu."