Lidl Verdi plant neues "Schwarzbuch"


Sozusagen aufgrund des großen Erfolgs legt Verdi nun nach: In einem weiteren "Schwarzbuch Lidl" prangern die Arbeitnehmervertreter von Verdi unwürdige Arbeitsbedingungen bei dem Discounter an.

Die Gewerkschaft Verdi will ein weiteres "Schwarzbuch" über die Arbeitsbedingungen bei der Discounter-Kette Lidl veröffentlichen. Das für den Einzelhandel zuständige Vorstandsmitglied Franziska Wiethold kündigte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur eine überarbeitete Neuauflage der bisherigen Dokumentation an. Darin sollen Erfahrungsberichte von weiteren Lidl-Beschäftigten aufgenommen werden, die angeblich unter Druck gesetzt wurden. Der Discounter weist die Vorwürfe zurück.

Die Dokumentation war am 10. Dezember in einer Auflage von 8000 Exemplaren veröffentlicht worden. Wegen der großen Nachfrage mussten nach Verdi-Angaben noch vor Weihnachten 10.000 Exemplare nachgedruckt werden. Wiethold berichtete, dass sich in Folge des Buches mehr als 3500 Leute gemeldet hätten, die früher bei Lidl beschäftigt waren oder heute noch beschäftigt sind. Fast alle hätten die erhobenen Vorwürfe bestätigt. "Bei Lidl wird gezielt ein Klima der Angst geschaffen, damit die Beschäftigten auf die Einhaltung ihrer Rechte verzichten", sagte Wiethold.

Erneut warf die Gewerkschafterin dem Unternehmen vor, die Wahl von Betriebsräten verhindern zu wollen. In der neuen Auflage des Schwarzbuchs sollten weitere Fälle dokumentiert werden, wonach Mitarbeiter regelmäßig unbezahlte Überstunden leisten müssten, überwacht würden oder aus dem Unternehmen "hinausgemobbt" worden seien. Auch aus den ausländischen Lidl-Filialen seien solche Vorwürfe geäußert worden, sagte Wiethold.

Der Konzern mit Sitz im schwäbischen Neckarsulm wirft Verdi seit längerem eine "Diffamierungskampagne" vor. Auf eine Auseinandersetzung vor Gericht will Lidl aber verzichten. "Wir halten juristische Auseinandersetzungen für unnötig, da sich jeder Kunde gerne in unseren Filialen selbst überzeugen kann, ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht", sagte eine Sprecherin. Lidl habe "nichts zu verstecken oder zu verheimlichen". Insgesamt beschäftigt der Konzern mehr als 150.000 Mitarbeiter.

DPA DPA

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