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Lohnforderungen: Gewerkschaften überraschen Bahn

Mit happigen Lohnforderungen gehen die Gewerkschaften Transnet und GDBA in die neue Tarifrunde mit der Bahn. Ihre Vorstellungen liegen weit über der ursprünglichen Planung. Dabei kommt die Lokführergewerkschaft, die für das letzte große Streikchaos der Bahn gesorgt hat, erst noch mit ihren Forderungen.

Mit einer unerwartet hohen Tarifforderung nach zehn Prozent mehr Geld gehen die Gewerkschaften Transnet und GDBA in die Tarifauseinandersetzung für 110.000 Beschäftigte bei der Deutschen Bahn. Bei einer gemeinsamen Konferenz gingen die rund 600 Delegierten am Dienstag in Frankfurt deutlich über den vorher festgelegten Rahmen zwischen sechs und sieben Prozent hinaus. Zusätzlich sollen Verbesserungen bei den Arbeitszeitregelungen erreicht werden. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Von der Bahn lag bis zum frühen Abend noch keine Reaktion vor.

Grund für die Höhe der Forderung sei die hervorragende wirtschaftliche Situation des Unternehmens, sagte Transnet-Vize Alexander Kirchner. Diese sei zum Beispiel nicht mit der in der Autoindustrie zu vergleichen. Die Arbeitnehmer der Bahn müssten an dem von ihnen erwirtschafteten Erfolg teilhaben und die hohen Preissteigerungen ausgleichen können. Außerdem gebe es wegen der niedrigen Abschlüsse in den Vorjahren einen Nachholbedarf.

Bei der Bahn gibt es drei Gewerkschaften. Für den letzten großen Streik hatte Ende 2007 die kleine Lokführergewerkschaft GDL mit ihren Lohnforderungeng gesorgt, die seinerzeit weit über die der anderen beiden hinausgingen. Der stellvertretende GDBA-Chef Heinz Fuhrmann widersprach nun der Einschätzung, dass man sich mit der GDL hochschaukele. Diese sei eingeladen, sich der Forderung anzuschließen. Die GDL hat für die rund 20.000 Lokführer der Bahn noch keine Forderung genannt.

Eine Zusammenarbeit für die wahrscheinlich im Januar beginnenden Tarifverhandlungen haben die drei Bahngewerkschaften bislang nicht vereinbart. Der Vertrag und die Friedenspflicht laufen zum 31. Januar 2009 aus. Den Gewerkschaften zufolge sollen weitere 30.000 Beschäftigte aus Dienstleistungsbereichen der Bahn in den Konzern-Tarifvertrag eingebunden werden.

DPA / DPA