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Tarifforderungen: Bahnstreiks: Jetzt ist Bayern dran

Mit Warnstreiks in drei bayerischen Städten haben die Eisenbahngewerkschaften ihren Tarifforderungen bei der Deutschen Bahn Nachdruck verliehen.

Mit Warnstreiks in drei bayerischen Städten haben die Eisenbahngewerkschaften am Dienstagmorgen ihren Tarifforderungen bei der Deutschen Bahn Nachdruck verliehen. In Teilen des Freistaats wurde der Verkehr erheblich behindert.

S-Bahn-Verkehr und 70 Züge in München lahm gelegt

Insgesamt hätten rund 400 Beschäftigte an den Warnstreiks teilgenommen, sagte ein Sprecher der Eisenbahngewerkschaften Transnet und GDBA am Dienstag. In München sei fast der komplette S-Bahn-Verkehr zum Erliegen gekommen, über 70 Züge seien blockiert gewesen. In Nürnberg wurde den Angaben zufolge der gesamte Hauptbahnhof lahm gelegt und auch in Regensburg waren 20 Zugverbindungen betroffen. Transnet-Chef Norbert Hansen kündigte in Interviews eine Urabstimmung der Gewerkschaft für den Fall an, dass die Bahn ihr Angebot nicht aufbessert. Zugleich warf er dem Vorstand Managementfehler vor.

Keine Streiks in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kam es entgegen einem Pressebericht zu keinen Warnstreiks. Bereits am Montag hatten Warnstreiks in Magdeburg und Leipzig den der Zugverkehr in Ostdeutschland beeinträchtigt. Am Samstag hatten Eisenbahner Teile des Nah- und Fernverkehrs in Nordrhein-Westfalen behindert.

Forderung: fünf Prozent mehr Lohn

Die Bahn-Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und die Angleichung der Ost-Gehälter an die im Westen. Am vergangenen Mittwoch waren die Tarifgespräche ohne Annäherung auf den 6. März vertagt worden.

Angebot der Bahn für Gewerkschaften Provokation

Transnet-Chef Hansen sagte der "Stuttgarter Zeitung", er halte eine Einigung am Donnerstag für unrealistisch. "Bisher haben wir nichts gesehen, was nur annähernd unseren Vorstellungen entspricht. Wenn das so bleibt, macht es keinen Sinn, nach dem 6. März weiter zu verhandeln." Dann würde die Gewerkschaft mit dem Ziel der Urabstimmung das Scheitern erklären. Das bisherige Angebot der Bahn von 1,3 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 36 Monaten sei nicht ernst zu nehmen und provoziere die Mitglieder.

Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel hatte gefordert, auf Warnstreiks zu verzichten. Dies sei in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der falsche Weg.

Änderung der Firmenstrategie gefordert

Im "DeutschlandRadio" erhob Hansen Vorwürfe gegen das Bahn-Management und forderte eine Änderung der Firmenstrategie. So dürfe sich die Bahn nicht aus der Fläche zurückziehen, sondern müsse sich vermehrt um Fracht- und Reisekunden bemühen. Der Abbau von Dienstleistungen sei ein schwerer Fehler gewesen.