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LUFTVERKEHR: Lufthansa stoppt geplantes Gebührenmodell für Flugtickets

Die heftigen Proteste der Reisebüros scheinen gewirkt zu haben: die umstrittene »Flat Fee« ist vorerst gekippt. Trotzdem fordert die EU-Kommission ein neues Gebührensystem.

Die Deutsche Lufthansa wird ihr umstrittenes neues Provisionsmodell für Flugtickets nach Angaben des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verbandes (DRV) vorerst zurückziehen. Die Lufthansa habe auf die Kritik der Reisebüros reagiert und dem Verband angekündigt, dass das geplante Modell mit einer vom Ticketpreis unabhängigen Gebühr (Flat Fee) ab 2002 nicht umgesetzt werde, sagte DRV-Präsident Klaus Laepple am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die knapp 5.000 betroffenen Reisebüros hatten der Lufthansa mit einem Boykott gedroht und ihr vorgeworfen, sie wolle zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre die Provisionen für die Reisebüros kürzen.

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass das bisherige Vorhaben nicht wie geplant umgesetzt werden soll. Näheres dazu will Lufthansa erst am Dienstag den Reisebüros auf einer Tagung mitteilen. Die Lufthansa muss auf Druck der EU-Kommission das bisherige Gebührensystem verändern, weil es Reisebüros mit hohen Ticketumsätzen zusätzlich belohnt. Für Provisionen gab die Lufthansa im vorigen Jahr rund 250 Millionen Euro aus. Bislang werden rund 90 Prozent der Tickets in Reisebüros verkauft.

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