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Mail Alliance: Zusammenschluss gegen Gelb

Die Konkurrenten der Deutschen Post greifen den Marktführer mit einem deutschlandweiten Zusammenschluss an. Mehr als 50 kleinere Zustellunternehmen beteiligen sich an dem neuen Unternehmen namens Mail Alliance.

Die Konkurrenten der Deutschen Post greifen den Marktführer mit einem deutschlandweiten Zusammenschluss an. Mehr als 50 kleinere Zustellunternehmen beteiligen sich an dem neuen Unternehmen namens Mail Alliance, wie dieses am Mittwoch in Würzburg mitteilte. Mail Alliance will ab Montag Briefe für Geschäftskunden, Behörden und öffentliche Einrichtungen, aber nicht für Privatkunden befördern.

Die bereits im Oktober angekündigte Mail Alliance werde am Montag die "operative Arbeit" aufnehmen, teilte das Unternehmen mit. Die Verträge zum Zusammenschluss seien am Dienstag unterzeichnet worden. Vertragspartner sind demnach TNT, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, die Logistic Mail Factory (LMF) der Augsburger Mediengruppe Pressedruck und der Citipost-Verbund von mehr als 20 Verlagshäusern im Nordwesten Deutschlands. Damit beteiligten sich mehr als 50 Zustellunternehmen an Mail Alliance.

Kunden eines der Unternehmen könnten mit Mail Alliance ihre Briefe nun auch bundesweit versenden - zu einheitlichen Preisen und zugesicherten Laufzeiten. Beim Preis sei Mail Alliance "gezwungen, günstiger zu sein als die Post", sagte eine Sprecherin des beteiligten Unternehmens TNT. Die Preise seien je nach Kunde unterschiedlich.

Die beteiligten Briefdienstleister richteten laut Mail Alliance vier Briefverteilzentren und ein gemeinsames IT-System ein. Sie arbeiten demnach bereits "seit Jahren erfolgreich" zusammen. Weitere Partner würden sich im Laufe des Jahres anschließen.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste, Florian Gerster, hatte den Zusammenschluss bereits im Oktober angekündigt. Die Briefzusteller-Allianz erwartet seinen Worten zufolge von der neuen Bundesregierung aus Union und FDP Hilfestellung. "Die Chance, dass es zu Änderungen bei der Mehrwertsteuerbefreiung der Post und den Post-Mindestlöhnen kommt, ist nicht gering", sagte Gerster damals.

Die Bundesnetzagentur hatte die Zahl der Anbieter für Briefdienstleister im Dezember mit rund 750 angegeben. Ihr Marktanteil lag 2009 demnach wie 2008 unverändert bei zehn Prozent. Die Monopolkommission in Bonn nannte die Mehrwertsteuerbefreiung für die Deutsche Post und die Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller als Gründe dafür. Die Marktdominanz der Deutschen Post sei damit nicht nur erhalten geblieben, sondern habe sich sogar noch verstärkt.

AFP / AFP