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MEDIEN: Kinowelt wechselt Börsenschauplatz

Mit dem Wechsel von Neuem Markt in den Geregelten Markt will der von der Pleite bedrohte Konzern Kosten einsparen.

Der von der Pleite bedrohte Medienkonzern Kinowelt verlässt den Neuen Markt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bei der Deutschen Börse den Wechsel in den Geregelten Markt beantragt. Die Notierung der Aktien am Neuen Markt soll am 22. Februar eingestellt werden. Damit will das angeschlagene Unternehmen, das sich seit Dezember in einem Insolvenzverfahren befindet, Kosten einsparen.

Der Vorstand und der vorläufige Insolvenzverwalter Wolfgang Ott entschieden sich vor dem Hintergrund der aktuellen Lage an den Kapitalmärkten und der Situation des Unternehmens für den Segmentwechsel. Der Geregelte Markt ist das momentan geeignetere Segment für die Kinowelt-Aktie, hieß es. Hier fallen Mehrkosten wie für die umfangreiche Publizitäts- und Informationspflichten des Neuen Markts nicht an. Die Aktionäre reagierten zunächst wenig überzeugt: Die Kinowelt-Aktie fiel am Dienstagvormittag um zeitweise rund 14 Prozent auf 0,24 Euro.

Die Kinowelt-Gruppe, die vor allem Spielfilme produziert und mit nach früheren Angaben über 10.000 Filmen eine der größten Filmbibliotheken in Europa besitzt, war vor knapp vier Jahren mit großen Erwartungen am Neuen Markt gestartet. In der Spitze stieg der Aktienkurs bis auf über 80 Euro. Nachdem das Unternehmen in den ersten neun Monaten 2001 Verluste von mehr als 300 Millionen Euro machte und die niederländische Bank ABN Amro einen Kredit kündigte, beantragte Kinowelt im Dezember die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

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