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4. Cannes-Kontakt Folgen Sie der roten Katze


Die Coen-Brothers haben mal wieder gezaubert. Gummistiefel sind ausverkauft. Julianne Moore hat ein Zeh-Problem, und Harvey Weinstein weiß schon, wer gewinnt.
Von Sophie Albers, Cannes

Was machst du gerade? Die Nachwirkungen von "Inside Llewyn Davies" genießen, denn der neue Film der Coen-Brothers ist der Film des Tages, wenn nicht des ganzen Festivals: New York in den 60ern. Llewyn Davies (einfach nur wundervoll: Oscar Isaacs) ist ein erfolgloser Folksänger, der jede Nacht bei jemand anderem auf dem Sofa schläft - unter anderem bei Justin Timberlake, der aussieht als sei er der alten "Star Trek"-Serie entsprungen. Der Film begleitet Davies auf seiner täglichen Suche nach einer Bleibe, einem Auftritt und Erfolg im Leben. Allerdings hat er keine Ahnung, wie letzterer eigentlich aussehen könnte. Also kümmert er sich erst einmal um eine wunderschöne rote Katze. Das klingt alles vielleicht ein bisschen abstrus, aber nach zwei Stunden Warten im Regen (das macht man in Cannes so!) war der Film ein warmes, weiches, lustiges, liebevolles Geschenk an die Kinowelt. Und das funktioniert auch ohne Regen!

Idee des Tages:

Vielleicht sollten wir uns die Wasserstandanzeige tätowieren lassen. Oder die Anzahl der verbrauchten Regenschirme. Der Regen ist nicht mehr witzig, denn er durchnässt einen innerhalb von Minuten - auch mit Schirm.

Gerücht des Tages Dass morgen mal kurz die Sonne scheinen soll.

Sichtung des Tages:

Julianne Moores kleiner Zeh: Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Frau und müssen über den roten Teppich von Cannes. ALLE starren Sie an, jedes Detail Ihres Outfits wird unter die Lupe genommen. Und das wortwörtlich. Denn nur so konnte Julianne Moore das worst case scenario eines Stars zustoßen: Ihr ist etwas verrutscht. Anders als bei Sophie Marceau, die 2005 plötzlich mit freier Brust dastand (was sie entspannt weglachte), wird Moore geradezu vorgeworfen, die falschen Schuhe gewählt zu haben für ihren Auftritt am Freitagabend. Nicht nur, dass es eh schon eine Tortur sein muss, auf diesen Killerabsätzen zu laufen - was man hier Tag für Tag auch abseits des roten Teppichs bedauern kann - ihr kleiner Zeh hatte sich unter dem Silberbändchen hervor ins Freie gearbeitet. Nun kursiert das VERGRÖSSERTE Foto im Netz, und manche Kommentare hören sich an, als sollte Moore deshalb augenblicklich ihre Karriere beenden.

Frisur des Tages:

Der Vokuhila von Benicio del Toro.

Zitat des Tages: "Roter Teppich, pinkfarbenes Hemd!! Ich weiß... es tut mir leid!" (David Hasselhoff über seinen Auftritt am Freitagabend)
und
"Die Jury muss nur noch entscheiden, welcher meiner Filme die goldene Palme gewinnt. Ich habe Steven Spielberg über die Jahre schließlich genug Geld gegeben." (Hollywoods Über-Produzent Harvey Weinstein)
und
"Wenn das wirklich das Schlimmste ist, was sie je gemacht hat, ist sie besser als ich." ("Game of Thrones"-Regisseur Brian Kirk über Reese Witherspoons Verhaftung wegen Ausfälligkeit. Er will mit ihr und Keanu Reeves die Romanze "Passengers" drehen)

Nur mal so nebenbei:

"Paradise" heißt das neue Projekt von Regisseur Peter Mullan ("Die unbarmherzigen Schwestern") und erzählt die Geschichte des legendären schottischen Fußball-Clubs Celtic, der 1887 in Glasgow von einem Priester gegründet wurde. Angeblich soll Daniel Day-Lewis ("Lincoln") den ballbegeisterten Geistlichen spielen. Und der Filmmarkt reißt sich darum.


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