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Mehr Falschgeld-Funde: Deutschland "blüht" auf

Falschgeld hat in Deutschland offenbar Konjunktur. In der ersten Jahreshälfte wurden hierzulande deutlich mehr "Blüten" entdeckt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ganz im Gegensatz zur gesamten Eurozone, in der im gleichen Zeitraum weniger Falschgeld auftauchte.

Falschgeld taucht in Deutschland wieder häufiger auf: Polizei, Bundesbank und Handel zogen im ersten Halbjahr 2010 abermals deutlich mehr "Blüten" aus dem Verkehr. Die von Januar bis Ende Juni entdeckten 33.654 falschen Banknoten bedeuten im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2009 einen Anstieg um 20 Prozent, teilte die Bundesbank am Montag in Frankfurt mit. In der Eurozone gehen die Falschgeldfunde insgesamt jedoch zurück.

Der Trend in Deutschland zeigt seit Anfang 2008 steil nach oben. Die Rekordmarken aus den Jahren 2004 und 2005, als bis zu 45.000 gefälschte Scheine einkassiert worden waren, liegen allerdings noch ein Stück weit entfernt. Die Gründe für den Anstieg sind nach Angaben von Bundesbankexperten nicht eindeutig: Mehr Falschgeld im Umlauf, größerer Ermittlungserfolg oder schlicht Zufall - das alles seien mögliche Gründe, sagte der Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Bundesbank, Helmut Rittgen.

Insgesamt weniger "Blüten" in Eurozone

Anders als in Deutschland ist in der gesamten Eurozone erstmals seit 2006 wieder ein Sinken der Falschgeldfunde zu beobachten: Mit 387.000 gefälschten Banknoten tauchten 13 Prozent weniger auf als im Halbjahr zuvor (447.000). Das gab die Europäische Zentralbank (EZB) ebenfalls am Montag in Frankfurt bekannt. Sie wertete für ihre Statistik die Angaben der 16 Nationalbanken in der Eurozone aus.

Einen einheitlichen Trend gibt es aber nach wie vor sowohl in Deutschland als auch im Rest der Euroländer: Der 50-Euro-Schein wird am häufigsten gefälscht. In Deutschland machen die "falschen Fuffziger" sogar fast zwei Drittel aller Funde aus (61 Prozent). Im Euroraum lag der Anteil bei 42,5 Prozent. Auf Platz zwei folgen falsche Zwanziger.

Der Schaden für die Besitzer des einkassierten Falschgeldes summierte sich in Deutschland auf 1,9 Millionen Euro - im zweiten Halbjahr 2009 waren es 1,6 Millionen Euro gewesen. Zudem registrierte die Bundesbank in den ersten sechs Monaten 2010 beinahe 33.600 gefälschte Euro-Münzen, vor allem 2-Euro-Stücke. Das waren rund 27 Prozent weniger als im Halbjahr davor. Damals hatte eine Münzverwertungsfirma auf einen Schlag eine große Menge Falschmünzen angeliefert, was die Gesamtzahl drastisch steigen ließ.

gro/DPA / DPA