Microsoft Trotz Umsatzeinbruch voll im Soll


Microsoft verdiente im vergangenen Quartal eine Milliarde Dollar weniger. Panik bricht dennoch nicht aus: Obwohl das verspätete Erscheinen des Betriebssystems Vista am Umsatz nagt, rennen Börsianer der Firma die Türen ein.

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat im abgelaufenen Quartal wie erwartet rund eine Milliarde Dollar weniger verdient. Grund ist die verzögerte Einführung der neuesten Versionen von Windows und Office, mit denen das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes und fast seinen gesamten Gewinn macht. Die Umsätze sollen nun im laufenden Quartal verbucht werden, teilte Microsoft nach US-Börsenschluss mit. Mit den vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal übertraf Microsoft jedoch die Erwartungen. Zudem wurde die Gewinn-Prognose für das Gesamtjahr angehoben, was die Aktie nachbörslich beflügelte. "Microsoft hat wieder ein gutes Quartal hingelegt", sagte ein Analyst. Erfreulich lief der Verkauf von Datenbank-Software und der Spiele-Konsole Xbox.

Prognose angehoben

Den Reingewinn im zweiten Finanz-Quartal (per Ende Dezember) ging 28 Prozent auf 2,63 Milliarden Dollar zurück. Mit 26 Cent je Aktie lag er aber drei Cent über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 12,54 Milliarden und lag damit ebenfalls über den Erwartungen von 12,09 Milliarden. Für das Gesamtjahr hob Microsoft seine Prognose für den Gewinn je Aktie auf 1,45 bis 1,47 Dollar an, nach bislang 1,43 bis 1,46 Dollar.

Nach langen Verzögerungen will Microsoft sein neues Betriebssystem Windows Vista mit Anwendungsprogrammen wie dem neuen Office 2007 für Privatkunden in den kommenden Wochen auf den Markt bringen. Das Unternehmen hatte im Oktober ein Gutschein-System aufgelegt, damit Kunden frisch gekaufte Computer später auf Windows Vista aufrüsten können. Damit wollte Microsoft einen Rückgang der PC-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft verhindern. Wegen der Verzögerung konnten die Einnahmen nicht im Weihnachtsquartal verbucht werden, sondern erst Anfang 2007. Die Einführung des Büroprogramms Office 2007 war ebenfalls verschoben worden, da Microsoft die Software auf erste Kundenreaktionen hin verbessert hatte. Zum Office-Programm gehören die Elemente Word, Excel und Powerpoint.

Erfolg durch neue Produkte

Experten zeigten sich zufrieden. "Eine Reihe neuer Produkte wie die Xbox 360 und der SQL-Server haben zu einem starken Umsatzwachstum beigetragen", sagte Toan Tran, Analyst bei Morningstar. Charles di Bona von Bernstein Research äußerte sich ähnlich: "Es sieht nicht so aus, als ob es noch echte Probleme gibt. Derzeit laufen die Geschäfte quer durch die Bank gut."

Die Microsoft-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent auf 31,16 Dollar. Damit machte sie in etwa die Verluste wieder wett, die sie im regulärem Börsen-Verlauf vor Bekanntgabe der Quartalszahlen hinnehmen musste.

Reuters Reuters

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