HOME

Milliarden-Unterstützung: Notenbanken fluten Markt mit Geld

In der bislang größten Aktion des Jahres haben führende Notenbanken frisches Geld in das kollabierende Finanzsystem gepumpt. Allein von der amerikanischen Zentralbank Fed kommen 180 Milliarden Dollar, die EZB ist mit weiteren 40 Milliarden dabei.

Angesichts der Turbulenzen im internationalen Finanzsystem haben Notenbanken weltweit in einer gemeinsamen Aktion erneut frisches Geld in die Märkte gepumpt. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Finanzmärkten insgesamt 40 Milliarden US-Dollar (knapp 28 Milliarden Euro) über sogenannte Swap-Geschäfte zur Verfügung. Die US-Zentralbank Federal Reserve pumpte insgesamt 180 Milliarden Dollar in das internationale Finanzsystem.

Die Bank of England kündigte eine Finanzspritze von 40 Milliarden Dollar an. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird in Zukunft mit 27 Milliarden den Banken mehr als doppelt so viele Dollar über sogenannte Repo-Auktionen anbieten als bisher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten hatten die Notenbanken bereits in den vergangenen Tagen in einer gemeinsamen Aktion Geld in die Märkte gepumpt.

Zusammen mit anderen Schritten, die von einzelnen Zentralbanken in den vergangenen Tagen unternommen wurden, seien diese konzertierten Maßnahmen geeignet, die Liquiditätsverhältnisse an den internationalen Finanzmärkten zu verbessern, heißt es in einer Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Beteiligt sind außer der EZB die Bank of Canada, die Bank of England, die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of Japan und die Schweizerische Zentralbank (SNB). Die Zentralbanken würden weiterhin eng zusammenarbeiten und auf die anhaltende Anspannung mit geeigneten Maßnahmen reagieren.

Die Frankfurter Börse reagierte mit Erleichterung. Der DAX erholte sich bis mittags um 0,97 Prozent auf 5918 Punkte - bei 5818 Zählern hatte der Leitindex zuvor ein neues Zweijahrestief markiert. Der MDAX mittelgroßer Werte gewann 0,38 Prozent auf 7526 Zähler. Der TecDAX stand dagegen 0,09 Prozent tiefer bei 712 Punkten. Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank sieht die Notenbanken im Zugzwang: "Die internationalen Notenbanken lassen die Liquidität aus allen Ritzen fließen, um den Domino-Effekt im Finanzsektor aufzuhalten."

AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters