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Milliardenauftrag für Südkorea: Scheichs setzen auf Atomkraft

Abu Dhabi investiert im großen Stil in Kernkraft: Ein südkoreanisches Konsortium wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein AKW mit vier Reaktoren im Wert von 20 Milliarden Dollar bauen.

Ein südkoreanisches Konsortium hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Großauftrag für den Bau von vier Atomkraftwerken ergattert. Für umgerechnet 14 Milliarden Euro solle der südkoreanische Energiekonzern KEPCO mit den Technologiekonzernen Samsung und Hyundai vier moderne Akws mit einer Leistung von je 1400 Megawatt bauen und warten, erklärte die Atomenergiebehörde der Emirate, ENEC, am Sonntag in Abu Dhabi. KEPCO und seine Partner seien am besten in der Lage, den Anforderungen bei dem "ehrgeizigen Programm" für die zivile Atomkraftnutzung zu entsprechen, erklärte ENEC-Chef Chaldun el Mubarak. Das Konsortium erklärte sich demnach auch zu einem "Technologietransfer" bereit.

Anschlussaufträge nicht ausgeschlossen

Der Auftrag wurde von der erst kürzlich gegründeten staatlichen Emirates Nuclear Energy Corporation (ENEC) erteilt. Die Entscheidung für den südkoreanischen Anbieter begründete ENEC-Generaldirektor Chaldun al-Mubarak mit den Worten: "Wir waren von der erstklassigen Sicherheitsphilosophie beeindruckt." KEPCO hatte sich bei der Bewerbung gegen die amerikanische General Electrics und gegen die französische Areva durchgesetzt. Es stünden Anschlussaufträge für die südkoreanische Industrie im Wert von weiteren 20 Milliarden Dollar in Aussicht, hieß es weiter.

Die Südkoreaner schlugen ein französisches Konsortium und das US-Unternehmen General Electric, das zusammen mit der japanischen Firma Hitachi im Rennen war. Das erste Atomkraftwerk soll 2017 in Betrieb gehen. Das südkoreanische Forschungs- und Wirtschaftsministerium erklärte, der Vertrag habe ein Volumen von insgesamt 40 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro). Es bestehe die Möglichkeit, einen weiteren Vertrag über das Betreiben der vier Kernkraftwerke zu schließen.

DPA/AP/Reuters/dis / AP / DPA / Reuters