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Milliardendeal: IBM will Sun Microsystems übernehmen

Milliarden-Deal in Krisenzeiten: IBM will den Server-Hersteller Sun Microsystems übernehmen und würde damit seine Server-Sparte im Wettbewerb mit Hewlett-Packard deutlich stärken. Laut einem Zeitungsbericht will IBM 6,5 Milliarden Dollar zahlen - das Doppelte des aktuellen Börsenwerts von Sun.

Inmitten der Rezession bahnt sich in der Computerbranche offenbar erstmals seit langem wieder eine Milliarden-Übernahme an. IBM verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge über den Kauf des Server-Herstellers Sun Microsystems. Kostenpunkt: mindestens 6,5 Milliarden Dollar.

Damit würde IBM rund doppelt so viel zahlen, wie Sun derzeit an der Börse wert ist. Frankfurter Aktienhändler nahmen den Zeitungsbericht dennoch ernst: Die in Frankfurt gehandelten Sun-Papiere stiegen um fast 60 Prozent. Weltweit sind Fusionen wegen der Wirtschaftskrise seit vielen Monaten eher rar.

Sun bietet sich selber an

Dem Zeitungsbericht zufolge hat sich Sun in den vergangenen Monaten selbst mehreren Technologiefirmen zum Kauf angeboten. Der IBM-Rivale Hewlett-Packard habe das Angebot abgelehnt. Mit einer Übernahme würde IBM seine Server-Sparte im Wettbbewerb gegenüber HP stärken. Zuletzt haben alle großen Server-Hersteller Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Ein Sun-Sprecher erklärte in München zu dem Bericht lediglich, der Konzern äußere sich nicht zu Spekulationen und Marktgerüchten. Ein IBM-Sprecher in Bangalore lehnte eine Stellungnahme ab.

In Deutschland beschäftigt Sun 1450 Mitarbeiter. Hier hat der Konzern seine Zentrale in München und weitere Niederlassungen unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg.

Der Name Sun entstand aus der Abkürzung für Stanford University Network. Die Firma wurde in den neunziger Jahren mit High-Tech-Computern berühmt, die oft auch in der Finanzindustrie zum Einsatz kommen. Im vergangenen Jahr hat die Sun-Aktie mehr als 70 Prozent eingebüßt und kostete zuletzt in New York knapp fünf Dollar. Sein Allzeithoch erreichte das Papier inmitten des Internet-Booms bei fast 260 Dollar.

DPA / DPA