MITTELSTAND Ein Drittel hat Probleme bei Kreditaufnahme


Dem deutschen Mittelstand geht zunehmend das Geld aus: Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau ist diessen Eigenkapitalausstattung häufig viel zu gering.

Ein Drittel der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) befragten Unternehmen berichten von wachsenden Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme, wie KfW-Chef Hans Reich am Montag in Frankfurt am Main erläuterte. Eine zu geringe Eigenkapitalausstattung der Unternehmen ist in über 40 Prozent der Fälle Grund für die Ablehnung von Krediten.

Zwar gibt es keine dramatischen Verwerfungen in der Unternehmensfinanzierung, der Wandel verläuft aber unaufhaltsam, sagte Reich. Es ist jedoch schlicht falsch, die Schuld immer bei den Banken zu suchen. Nicht zuletzt müssen sich viele mittelständische Unternehmen ans eigene Revers fassen. Die Eigenkapitalquote muss gesteigert werden, das bedeutet zum Beispiel, dass die Unternehmen Gewinne stärker einbehalten müssen. Zudem sollte die Bereitschaft wachsen, Beteiligungskapital aufzunehmen.

Den Ruf nach dem Staat nannte Reich völlig falsch. Primär an Garantien und Haftungsfreistellungen durch die öffentliche Hand zu denken, sei viel zu kurz gegriffen, sagte Reich.

Die KfW-Bankengruppe steigerte ihre Bilanzsumme im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 246 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge verbesserte sich um acht Prozent auf eine Milliarde Euro »Der KfW-Konzern ist unverändert in guter finanzieller Verfassung«, sagte Reich.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2002 lag die KfW mit einem Fördervolumen von knapp 19 Milliarden Euro nach eigenen Angaben deutlich über dem Vorjahreszeitraum. Dazu hatten in erster Linie die KfW-Förderung von Investitionen in Deutschland beigetragen: Die Zusagen stiegen auf 16,7 Milliarden Euro. Bei der Förderung der Entwicklungsländer hat die KfW seit Jahresanfang 216 Millionen Euro zugesagt.


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