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MobilCom: Firmenstrategie hart umkämpft

Firmengründer Schmid rechtfertigt den Kauf der UMTS-Lizenzen mit Partner France Télécom. Der Vorstand erklärt UMTS-Sendeanlagen für nicht interessant.

Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hat sich vorerst mit der Verfügungsgewalt von Ex-RTL-Chef Helmut Thoma über seine Aktien abgefunden. In einem unangekündigten Redebeitrag auf der Hauptversammlung in Hamburg sagte Schmid, Thoma übe "die Stimmrechte aus meinen Aktien aus". Schmid forderte Thoma auf, dem Entschuldungsabkommen zuzustimmen. Als größter Aktionär habe er "das größte Interesse an einer Entschuldung des Unternehmens."

Kampf um Stimmrechte

Schmid nutzte seine Wortmeldung, um noch einmal seinen einstigen Partner France Télécom des Vertragsbruchs zu bezichtigen und seine eigenen Verdienste herauszustreichen. "Nur auf der Grundlage des von mir ausgehandelten Vertrags ist die heute zu beschließende Entschuldung überhaupt möglich", sagte er unter dem Beifall der Anteilseigner. Seine Stimmrechte würden von Helmut Thoma ausgeübt, dem er als Treuhänder gekündigt habe. Ob dies rechtens sei, werde an anderer Stelle entschieden. Auch Schmid unterstützte jedoch den Vertrag zwischen MobilCom und France Télécom, um den es bei der Hauptversammlung eigentlich ging.

Schmid hatte in den letzten Wochen versucht, Thoma abzulösen und den Hamburger Anwalt Otto Gellert als Treuhänder zu installieren. Er war aber gescheitert.

"Veräppelt uns nicht"

In seiner kurzen Rede vor mehreren hundert Aktionären griff Schmid erneut das Mobilcom-Management an: "Liebe Verwaltung, veräppelt uns nicht", sagte er mit Blick auf die Bestimmung des Versammlungsleiters. Da Mobilcom zur Zeit keinen Aufsichtsratschef hat, musste die Hauptversammlung einen Versammlungsleiter wählen. Einige Aktionäre reagierten überrascht, dass der Vorstand Unterhändler Dieter Vogel vorschlug, der im Aufsichtsrat drei Mal bei der Wahl zum Vorsitzenden durchgefallen war. Vogel wurde dennoch zum Versammlungsleiter gewählt.

Vorstandschef Thorsten Grenz verkündete gleichzeitig den Aktionären das genaue Gegenteil: Das Interesse an den UMTS-Sendeanlagen von MobilCom sei äußerst begrenzt. Wenn sich bis Ende März kein Käufer finde, so müsse MobilCom die Anlagen, die rund eine Milliarde Euro gekostet haben, wieder abbauen. Denn die laufenden Kosten für das UMTS-Netz bezahlt France Télécom nur noch bis zum Jahresende. Die UMTS-Lizenz,die gut acht Milliarden Euro gekostet hat, dürfte ersatzlos an den Staat zurückfallen.