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Nach angeblich antisemitischen Äußerungen RBB feuert Radiomoderator Ken Jebsen


Ken Jebsen ist nicht mehr Moderator beim RBB. Diese Entscheidung gab der Sender am Mittwoch bekannt. Der 45-Jährige soll mit angeblich antisemitischen Äußerungen aufgefallen sein. Jebsen bestreitet dies.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) trennt sich von Ken Jebsen, Radiomoderator der Jugendwelle Fritz. Der 45-Jährige soll mit angeblich antisemitischen Äußerungen aufgefallen sein. In der Affäre nimmt auch Stefan Warbeck, seit 2005 Programmchef bei Fritz, "auf eigenen Wunsch" seinen Hut, wie der Sender am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Vorwurf dreht sich um den Satz "Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat", der im Internet in kruder Rechtschreibung kolportiert wurde. Hintergrund der Affäre ist eine Jebsen zugeschriebene Mail an einen Hörer, die vom Journalisten und Buchautoren Henryk M. Broder am 6. November auf seinem Blog #link;www.achgut.com;"Achse des Guten"# veröffentlicht wurde.

Jebsens Sendung "KenFM" wurde danach zwischenzeitlich ausgesetzt, später einigten sich Moderator und Sender auf eine Weiterführung der Show. Einige Tage später kam dann doch das Aus: "Der Sender hat Herrn Jebsen gegen den Vorwurf verteidigt, er sei Antisemit und Holocaust-Leugner", teilte RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle am Mittwoch mit. "Allerdings mussten wir feststellen, dass zahlreiche seiner Beiträge nicht den journalistischen Standards des RBB entsprachen." Mit dem Moderator seien verbindliche Vereinbarungen über die Gestaltung der Sendung "KenFM" getroffen worden, die dieser wiederholt nicht eingehalten habe. "Wir bedauern das und müssen auf seine Mitarbeit künftig verzichten."

Jebsen wies die Vorwürfe noch am selben Tag zurück. In einem am Mittwoch veröffentlichte Youtube-Video sagte der geschasste Moderator, dass er seinen Rauswurf "aufgrund laufender Verhandlungen" nicht weiter kommentieren wollte. Im Hintergrund des Videos ist ein berühmt gewordenes Foto von den Studentenprotesten 1989 in China zu sehen: Ein einzelner Demonstrant stellt sich vier Panzern in den Weg. Darunter prangt der englische Satz "Courage - When a cause is more important than anything."

jwi/DPA DPA

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