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Lars von Trier und die Nazis Gefangen im braunen Sumpf


Lars von Trier kommt aus der braunen Ecke nicht heraus: Im Mai schockierte er mit Äußerungen über Hitler, danach ruderte er zurück und gab sich geläutert. Doch viel dazu gelernt hat er offenbar nicht, wie jetzt ein Interview zeigt.

Das hat er sich anders vorgestellt. Im Interview mit dem britischen Magazin "Empire" wollte Lars von Trier mit seiner vermeintlichen Nähe zum Nazi-Gedankentum aufräumen - und gab gleich die nächste heikle Äußerung von sich. "Ich glaube, in jedem von uns steckt ein bisschen ein Nazi und es war genauso ein bisschen Mensch in Hitler. Ich denke, wenn man das leugnet, dann ist das gefährlich", sagte von Trier dem Magazin. Ähnlich hatte er sich bereits in einem Interview mit stern.de geäußert.

Im Mai hatte der geachtete Regisseur auf einer Pressekonferenz auf dem Filmfestival in Cannes gesagt: "Ich bin ein Nazi." Außerdem sorgte er mit der Äußerung für Empörung, er "sympathisiere" mit Adolf Hitler. Daraufhin wurde er vom Filmfestival ausgeschlossen und zur Persona non grata erklärt.

"Ich bereue, dass ich so dumm war", sagte von Trier jetzt zwar "Empire". Doch als Begründung, warum er sich zu den Äußerungen habe hinreißen lassen, schiebt er lapidar hinterher, sein "dänischer Humor" sei schuld gewesen. Außerdem habe er sich selbst "Nazi" genannt, weil er kürzlich herausgefunden habe, dass sein biologischer Vater Deutscher war.

Im Umkehrschluss bedeutet das wohl, dass in von Triers Welt der dänische Humor besonders gut an den Stammtischen von Neo-Nazis ankommt. Heraus kommt von Trier aus der braunen Ecke erst einmal nicht. Dabei hatte er schon Ende Mai erkannt: "Das ist eine No-Go-Zone, wie ich gelernt habe". Doch ansonsten hat er aus der Affäre offenbar nicht allzu viel gelernt.

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