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Filmfestspiele in Cannes: Der pornoliebende Nazi Lars von Trier

Die Filmfestspiele haben ihren ersten Skandal: Empörung und Gelächter gab es auf der Pressekonferenz zu Lars von Triers schönem Film "Melancholia" zu hören. Und verschwurbelte Nazi- und Pornoprovokationen, dazu ein Outing der unerwarteten Art.

Von Sophie Albers, Cannes

Hinter der schwarzen Brille funkeln hellblaue Augen. Ja, die "Fuck"-Tätowierung auf seinen Fingern sei echt, sagt Lars von Trier. "Ich habe meine Frau gefragt, und sie hat zugestimmt, da habe ich es machen lassen. Dann wollte ich mir noch ein Hakenkreuz auf die Stirn tätowieren lassen. Aber das wollte sie nicht." Der dänische Regisseur ("Antichrist") ist das Enfant (très) Terrible der Kinoszene und hat am Mittwoch beim Filmfestival in Cannes seinen neuen Film vorgestellt - und für den ersten, kalkulierten Eklat in einer Pressekonferenz gesorgt.

"Melancholia" ist die in wunderschönen Bildern erzählte Geschichte einer depressiven Frau, die das Ende der Welt erlebt. Hollywood-Gesichter wie Kirsten Dunst ("Spider-Man") und Kiefer Sutherland ("24") laufen zu unerwarteter Höchstform auf, während von Triers "Familie" - Udo Kier, Stellan Skarsgard und Charlotte Gainsbourg - so brillant sind wie immer.

Kirsten Dunst wird rot

Das hat mit der Pressekonferenz allerdings nichts zu tun, auf der Lars von Trier bekannt surreal alles gibt. Süffisant lächelnd sitzt er zwischen den Hauptdarstellerinnen Gainsbourg und Dunst und verweigert jegliche Interpretationshilfe für seinen Film, in dem er zwei ganz unterschiedliche Schwestern auf Freude und Trauer reagieren lässt. Und wenn er die Antwort nicht einfach mit einem "Ja" oder Schulterzucken abschmettert, dann verliert er sich in Assoziationsketten, die hauptsächlich ihn amüsieren.

Dunst vergeht das rotlippige Lächeln, als er sie als ebenfalls Depressionskranke - wie er selbst - outet. "Hätte ich das nicht sagen dürfen?", fragt von Trier jovial in den proppenvollen Saal. "Dann vergessen Sie es sofort wieder." Aber da ist er mit Dunst noch nicht fertig. Als sie - ganz Hollywoodschule - von der Poesie und Schönheit des Films erzählen will, verkündet von Trier, dass sein nächster Film auf Bitten der weiblichen Darstellerinnen ein Porno werde.

"Okay, ich bin ein Nazi!"

Und dann reißen alle Stricke, die es bei Lars von Trier aber sowieso noch nie gegeben hat. Nur war er 2009 bei "Antichrist" wegen besagter Depression und Alkoholsucht nicht so gut in Form. Er sei sich nicht sicher, ob "Melancholia" nicht "Scheiße" sei, weil die Schönheit der Bilder ihn an Filme erinnere, die er nicht mag. Auch deshalb als nächstes der Porno. "So sind Frauen, sie wollen einen richtig harten Porno. Denen ist der Dialog egal." Kirsten Dunst ist mittlerweile knallrot.

Dann stellt jemand die Frage nach seinem Interesse an der Nazi-Ästhetik, und von Trier kann erstaunlicherweise noch weiter aufdrehen: Er habe lange gedacht, ein Jude zu sein, was ihm sehr gefallen habe. Doch dann habe er herausgefunden, dass er aus einer Familie deutscher Nazis stamme. "Was ich auch gut fand." Und weil das "Oho" im Raum ihm wohl nicht laut genug war, fügte der Filmemacher hinzu: "Ich verstehe Hitler." Er könne sich den Diktator in seinem Bunker vorstellen.

Kirsten Dunst will ihn offenbar flüsternd bremsen, doch das spornt von Trier noch an. Hitler "war nicht, was wir einen guten Kerl nennen, aber ich kann ihm nachfühlen". Er selbst sei nicht für den Zweiten Weltkrieg, habe auch nichts gegen Juden (aber gegen Israel), plaudert er weiter, um dann lachend zu fragen, wie er aus diesem Satz wieder herauskommen könne: "Okay, ich bin ein Nazi!" Zu diesem Zeitpunkt hat Lars von Trier es sich in seiner Rolle des Provokateurs so gemütlich gemacht, dass er auf die Frage, ob er nicht mal einen großen Hollywoodfilm drehen wolle, antwortet: "Wir Nazis erledigen die Dinge gern im größeren Maßstab", vielleicht heiße sein Film "Die Endlösung".

Bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer ihren Nietzsche kennen: Das bin ich, und das sind meine Schriften.

Nachtrag: Am Abend hat Lars von Trier eine Entschuldigung veröffentlicht: "Wenn ich mit dem, was ich heute morgen auf der Pressekonferenz gesagt habe, jemandes Gefühle verletzt habe, möchte ich mich von Herzen entschuldigen. Ich bin weder Antisemit noch rassistisch, und ich bin auch kein Nazi."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(