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Filmfestival in Cannes: "Schlimmste Kinoerfahrung meines Lebens": Massenflucht bei Lars-von-Trier-Schocker

Über Jahre war der umstrittene Regisseur Lars von Trier eine unerwünschte Person beim Filmfestival von Cannes. In diesem Jahr ist er zum ersten Mal wieder dabei - und sorgt mit seinem neuen und extrem brutalen Film über einen Serienmörder gleich wieder für einen Skandal.

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat bei seinem Comeback in Cannes mal wieder für Schockmomente gesorgt: Wegen extremer Gewaltszenen in seinem neuen Film verließen offenbar über hundert Zuschauer die Vorführung von "The House That Jack Built" beim Filmfestival an der Côte d'Azur. In einer Szene werden etwa Kinder ermordet, in einer anderen werden einer Frau die Brüste abgeschnitten.

Ramin Setoodeh, Filmkritiker des "Variety"-Magazins dokumentierte bei Twitter die heftigen Reaktionen: So etwas habe er bei einem Filmfestival noch nie gesehen. Über 100 Leute seien rausgelaufen.

Schlimmer noch: Der Film sei "eine der schlimmsten Kinoerfahrungen" seines Lebens gewesen.

Wie zum Beweis zeigt Setoodeh in einem weiteren Tweet die zahlreichen verwaisten Kinositze.

Der Hollywood-Filmjournalist Roger Friedman gibt bei Twitter an, den Saal während der Vorführung ebenfalls verlassen zu haben und bezeichnet "The House That Jack Built" als "widerlich". Die beteiligten Schauspieler nennt er "schuldig".

Lars von Trier: Sympathie mit Adolf Hitler

Von Trier bricht regelmäßig Tabus in seinen Filmen und zeigt besonders brutale oder sexuell explizite Szenen. Dieses Mal warnte er seine Zuschauer vor: Auf ihren Tickets wurden sie auf "gewaltsame Szenen" vorbereitet. In dem Film spielt der US-Schauspieler Matt Dillon einen Serienmörder, die weibliche Hauptrolle hat Uma Thurman.

Der 62-jährige von Trier war zuletzt vor sieben Jahren bei dem Filmfest vertreten. Damals hatte er einen Skandal ausgelöst, als er Sympathie mit Adolf Hitler bekundete. Die Festivalleitung erklärte ihn daraufhin in einem beispiellosen Schritt für unerwünscht. Für die Äußerung entschuldigte der Däne sich später. Dass er in diesem Jahr erstmals wieder eingeladen wurde, kommentierte er nicht. Er wollte "The House That Jack Built" wohl für sich sprechen lassen ...

Den offiziellen Trailer zu "The House That Jack Built" seht ihr hier

Kinotrailer: "The House That Jack Built": Dieser Film sorgt in Cannes für Zuschauerflucht


tim mit Agenturmaterial
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?