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Neue Ekel-Vorwürfe gegen Burger King: "Schweiß, der in die Pommes tropft"

Dreck, Sparwahn, miese Arbeitsbedingungen: Burger King will ab Montag seine Filialen intensiv unter die Lupe nehmen. Doch im Netz werden neue Vorwürfe gegen "Würger King" laut.

Von Christoph Fröhlich

Es waren Bilder des Ekels, die am Montagabend über deutsche Fernsehschirme flimmerten: Der Kölner TV-Sender RTL hatte Mitarbeiter undercover in fünf Burger-King-Filialen der Yi-Ko-Holding GmbH eingeschleust, um die miserablen Arbeitsbedingungen der Fast-Food-Branche anzuprangern. Doch was die Reporter dort zu sehen bekamen, verschlug ihnen den Atem: Die Mitarbeiter wurden massiv unter Druck gesetzt, die Filialen waren völlig verdreckt. Ein Reporter erlebte etwa, dass zu lange gelagerte Tomaten nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums einfach ein neues Etikett bekamen oder dass Mitarbeiter zwischen Toilettengang und Burgerzubereitung auf das Händewaschen verzichten.

In den Filialen herrschten abenteuerliche Zustände: Statt frischem, saftigen Grillfleisch, wie es die Werbung suggeriert, stapelt sich in der Küche dauererwärmtes Hack oder Hühnchen, welche im eigenen Saft schwimmen. Die Burger-King-Mitarbeiter selbst fanden in der RTL-Reportage die passendsten Worte: "Eklig!" Auch an den Arbeitsmaterialien scheint Ergün Yildiz, der Franchiseunternehmer in den untersuchten Filialen, zu sparen: Es gab keine Geschirrspüler, die heißen Fritteusen mussten ohne Sicherheitshandschuhe gereinigt werden.

Schweiß, der auf kalte Pommes tropft

Burger King selbst zeigte sich einsichtig und kündigte einen umfassenden Aktionsplan an. Via Facebook gab das Unternehmen bekannt: "Unsere Qualitäts-Teams starten ab Montag mit dem Check aller betroffenen Restaurants und dem Ziel, diese in den nächsten 14 Tagen nochmals bis ins Detail unter die Lupe zu nehmen."

Das ist offenbar dringend nötig. Denn wie die Online-Ausgabe des "Focus" berichtet, handelt es sich bei den in der RTL-Sendung gezeigten Restaurants um keine Einzelfälle. Eine ehemalige Mitarbeiterin, die früher auf 400-Euro-Basis in einer Filiale im Saarland gearbeitet hat und anonym bleiben möchte, sagte "focus.de": "In diesem Restaurant herrschten ebenfalls sehr gesundheitsgefährdende Zustände." So wurde in der Filiale nicht ganz gefrorenes Softeis verkauft, Eiswürfel wurden ohne Hygienehandschuhe in die Eimer geschaufelt. In der saarländischen Filiale verzichteten die Mitarbeiter komplett darauf, die Burger mit Haltbarkeitsdaten zu versehen - weggeschmissen wurde nichts, egal wie lange das Bulettenbrötchen auf der Warmhalteplatte schmorte.

Besonders ekelhaft ging es bei den Pommes zur Sache: Lagen die Fritten zu lange in der Filiale rum, wurden die kalten Pommes einfach nochmal in die Fritteuse geschmissen. Die anonyme Ex-Mitarbeiterin berichtete "Focus Online", dass die Mitarbeiter wegen der "plastikähnlichen, luftundurchlässigen Kleidung in Strömen geschwitzt" hätten. Eines Tages hätte der Filial-Chef selbst hinter der Theke gestanden, "dabei sei der Schweiß auch in die Pommeswanne getropft".

Dicke Luft auf Facebook

Auf Facebook tobt der Shitstorm munter weiter, viele User kündigen an, in Zukunft auf die Burgerbrater verzichten zu wollen. So schreibt ein User "Wer seine Mitarbeiter so behandelt […], wird von mir nicht unterstützt." Ein anderer Facebook-Nutzer schimpft: "Ihr könnt euch eure Burger in euren profitgierigen fetten Arsch stecken." Für die meisten Kommentatoren ist nach der RTL-Ausstrahlung eines klar: Nie wieder "Würger King".