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Spektakuläre neue Zahlen: So viel Geld haben deutsche Superreiche wirklich

Eine neue Studie zeigt: Die Deutschen besitzen viel mehr Geld als bisher gedacht. Statt sechs Billionen sollen es rund neun Billionen Euro sein. Grund sind die geheimen Vermögen der Multi-Millionäre.

Die Reichsten der Reichen fielen bislang einfach durch die Statistik

Die Reichsten der Reichen fielen bislang einfach durch die Statistik

Eine neue Untersuchung der Vermögen in Deutschland legt nahe, dass bisherige Schätzungen geradezu grotesk daneben liegen. Statt der bisher angenommenen 6,3 Billionen Euro soll das Gesamtvermögen bei 9,3 Billionen Euro liegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dank einer neuen Methode zur Datenerhebung.

Ein Grund für nationalen Jubel ist das aber nicht. Denn die zusätzlichen Billionen liegen laut der Untersuchung ausschließlich auf den Konten der Superreichen - den Oetkers, Quandts und Albrechts dieser Republik. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt laut DIW nicht nur ein Fünftel des gesamten Privatvermögens, sondern sogar ein Drittel. Die Schere zwischen Arm und Reich ist somit noch viel größer als bisher gedacht. Der Vermögensanteil, den die reichsten 0,1 Prozent besitzen, soll sogar dreimal so hoch sein wie bisher angenommen.

Wie kommen die neuen Zahlen zustande?

Aber wie kommt es zu dieser unglaublich hohen Abweichung von bisherigen Annahmen? Der Grund ist, dass die Zahlen nur geschätzt werden können. Im Gegensatz zum Einkommen, das jeder brav bei der Steuererklärung angeben muss, gibt es über Vermögen in Deutschland keine amtliche Statistik. Die Vermögenssteuer, die solche Daten liefern könnte, wurde 1997 abgeschafft.

Die Forscher stützten sich daher bislang vor allem auf repräsentative telefonische Umfragen. Diese haben jedoch eine entscheidende Schwäche: "Die Chance, dass einer der wenigen deutschen Milliardäre oder Multimillionäre in einer repräsentativen Befragung auftaucht, geht gegen null", schreiben die DIW-Forscher. Zudem zeige die Erfahrung, dass gerade besonders reiche Menschen nur selten Auskunft über ihr Vermögen geben.

Milliardäre verzerren die Statistik

Die Befragung kann daher noch so repräsentativ sein: Die verschwiegenen Millionäre und Milliardäre verzerren jede Statistik. Um zu realistischeren Zahlen zu kommen, kombinierten die Forscher die vorhandenen Datenquellen mit der berühmten Forbes-Liste.

Das renommierte US-Magazin veröffentlicht regelmäßig Millionärs- und Milliardärsranglisten, in denen die Vermögen einzelner Superreicher aufgeführt werden. Dabei handelt es sich zwar ebenfalls um Schätzungen. Die DIW-Forscher gehen aber davon aus, nun ein deutlich realistischeres Bild zeichnen zu können, als wenn sie die Superreichen gar nicht berücksichtigen würden.

Daniel Bakir
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