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Ölförderung: Opec dreht den Ölhahn zu

Die Ölminister der 13 Opec-Staaten haben eine Senkung der Förderquoten beschlossen. Künftig wollen sie pro Tag 1,5 Millonen Barrel weniger fördern. Grund für die Drosselung der Produktion ist der drastisch gesunkene Ölpreis auf dem Weltmarkt.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) will ein weiteres Absinken der Ölpreise verhindern und drosselt deshalb die Förderung deutlich. Ab 1. November werden täglich 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger Rohöl gefördert. Dies teilte der algerische Ölminister und amtierende Opec-Präsident Chatib Khelil am Freitag nach einer Sondersitzung der 13 Opec-Ölminister in Wien mit. Damit will das Kartell den seit Monaten andauernden Preisverfall bei Rohöl stoppen.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) war in den vergangenen Monaten von seinem historischen Höchststand von etwa 150 Dollar auf rund 60 Dollar gesunken. Die offizielle Förderquote für die Opec-Länder (ohne den Irak) lag zuletzt bei 28,8 Millionen Barrel täglich. Sollte die Kürzung den Preisverfall nicht stoppen, könnten sich die Ölminister bereits im November wieder treffen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Die nächste ordentliche Konferenz der Opec findet Mitte Dezember in Algerien statt.

Nach einer der kürzesten Krisensitzungen seit Gründung der Organisation betonte Khelil vor Journalisten in der Wiener Opec-Zentrale, er gehe davon aus, dass die jetzt beschlossene Drosselung der Produktion das Wachstum der Weltwirtschaft nicht beeinflussen werde. "In den USA und Europa gibt es bereits kein Wachstum mehr", betonte der Politiker. Khelil versicherte, die Opec habe bei ihrem Beschluss keine feste Preisvorstellung für das Barrel im Auge gehabt.

Opec-Generalsekretär Abdullah al Badri bekräftigte in Wien, die gegenwärtige Finanzkrise habe "mit dem Ölpreis nichts zu tun". Ein "vernünftiger" Ölpreis schaffe keine Inflation. Opec-Analysten hatten zuvor einen Preis von 80 bis 100 US-Dollar für ein Barrel als Ziel für das Kartell genannt.

AP/DPA / AP / DPA
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