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Panama: XXL-Kanal soll Aufschwung bringen

80 Prozent der Bevölkerung haben für den Ausbau des Panamakanals gestimmt, die Regierung will mehr als fünf Milliarden Dollar in das Vorhaben investieren. Die Panamaer hoffen, dass der Ausbau Jobs und Wohlstand bringt - und ihnen Konkurrenten vom Leib hält.

Der ehrgeizige Plan Panamas zur Modernisierung und Erweiterung des berühmten Kanals zwischen Atlantik und Pazifik ist vom Volk des Landes mit großer Mehrheit unterstützt worden. Rund 80 Prozent der Wähler stimmten nach offiziellen Angaben am Sonntag für das 5,25 Milliarden Dollar teure Projekt, das dem Land neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen soll.

Entscheidung ein historisches Ereignis

Mit Feuerwerk und Autokorsos feierten die Panamaer das Ergebnis der Volksabstimmung. Viele schwenkten rot-weiß-blaue Nationalfahnen. „Niemals zuvor in der Geschichte des Landes haben wir Panamaer eine Entscheidung von solcher Tragweite getroffen“, sagte Präsident Martin Torrijos im Fernsehen, „wir legen damit die Grundlage für den Aufbau eines besseren Landes.“ Panama werde nun die Schande überwinden, dass in dem Land 40 Prozent der Menschen in Armut lebten.

Regierung und Kanalgesellschaft wollen den Kanal zwischen Karibik und Pazifik auch für große Containerschiffe moderner Bauart passierbar machen und dafür umgerechnet rund vier Milliarden Euro in größere Schleusen stecken. Experten schätzen, dass ohne Erweiterung in drei Jahren die Kapazitätsgrenze erreicht ist.

Wegen der sozialen und ökologischen Folgen der Erweiterung ist das Projekt aber umstritten. Das Land sieht sich jedoch unter Zugzwang, da andere Länder der Region schon angedeutet haben, sie könnten einen eigenen Kanal ausheben. Mexiko erwägt einen Durchstich am Isthmus von Tehuantepec. Derzeit werden etwa fünf Prozent aller weltweit gehandelten Waren durch den Panama-Kanal transportiert.

40.000 neue Jobs

Durch die Erweiterung soll sich die Zahl der Container pro Schiff auf 12.000 verdreifachen. Viele Einwohner hoffen darauf, dass die Erweiterung dem Land Fortschritt und Wohlstand bringt. Durch den Bau allein würden 7000 neue Stellen geschaffen, zudem sollen 40.000 Jobs am Rande des Projekts entstehen.

Die USA stellten den Kanal im Jahr 1914 fertig. Für den Bau ließen damals rund 25.000 Menschen ihr Leben. Die Arbeiter - überwiegend karibischer Herkunft - hatten unter anderem mit Malaria und Gelbfieber zu kämpfen. Die USA betrieben zugleich die Gründung des Staates Panama, dessen Gebiet zuvor zu Kolumbien gehört hatte. Im Gegenzug sicherten sie sich die Kontrolle über die Kanalzone. 1999 übergaben die USA den Kanal an die panamaische Regierung.

Reuters / Reuters