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PREISE: Benzinpreis auf neuem Jahreshoch

Die Benzinpreise sind auf ihrem höchsten Stand gestiegen. Der Grund liegt im mangelnden Angebot am Rotterdamer Ölmarkt und der regen Nachfrage vor den Osterferien.

Nach einer zweiten Preisrunde in dieser Woche kostet Normalbenzin im bundesdeutschen Durchschnitt zwischen 1,03 und 1,04 Euro je Liter. Für das meistgetankte Superbenzin muss der Autofahrer 1,05 bis 1,06 Euro je Liter bezahlen. Damit liegen die Preise um rund 10 Cent je Liter über dem Niveau vom Jahresbeginn, aber noch deutlich unter dem Spitzenpreis vom Mai 2001. Damals kostete Normalbenzin umgerechnet 1,11 Euro. Diesel kostet etwa 86 Cent je Liter.

Rotterdamer Markt hat Schuld

Ursache für das hohe Niveau sind nach Auskunft der Ölgesellschaften die kräftig gestiegenen Preise am europäischen Großmarkt in Rotterdam. Bei einem knappen Angebot ist die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten sehr lebhaft. »Die OPEC-Förderkürzungen zeigen Wirkung«, sagte ein Shell-Sprecher. So ist der Rohölpreis seit Jahresbeginn von unter 20 auf über 24 Dollar je Barrel gestiegen. Es gibt wohl auch Hinweise, dass Mineralölhändler ihre Ware nur zögerlich in den Markt geben, weil sie auf noch höhere Preise hoffen, was zu weiterer Verknappung führt.

Auch stärkere Nachfrage treibt an

Auf der Nachfrageseite macht sich bemerkbar, dass die Lager weitgehend leer sind und nun wieder gefüllt werden müssen, sowie erste Vorboten einer Konjunktur-Belebung. Beim Absatz von Benzin sind zudem der Januar und der Februar stets die schwächsten Monate des Jahres; ab März zieht die Nachfrage wieder an.

Liegt angeblich nicht an Ferien

Sprecher von Shell und ExxonMobil wiesen Vermutungen des Automobilclubs AvD zurück, nach denen die Unternehmen die Preise grundlos erhöhen. »Die Tankstellenmargen haben sich seit Jahresbeginn nur hinter dem Komma verändert, also so gut wie gar nicht«, sagte der Shell-Sprecher. Auch gibt es keinen Zusammenhang mit Ostern, das erst in zwei Wochen ansteht. Bis dahin kann sich die Marktlage wieder wandeln.