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Inflation in Deutschland: Energie treibt Verbraucherpreise in die Höhe

Zum dritten Mal in diesem Jahr hat die Inflationsrate das Jahreshoch erreicht: Im August stiegen die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Inflation in Deutschland verharrt wegen der weiterhin hohen Energiepreise auf ihrem Jahreshoch. Anders als zunächst ermittelt stiegen die Verbraucherpreise im August auf Jahressicht um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Es korrigierte sein vorläufiges Ergebnis damit leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben.

Im Vergleich zum Juli blieb die Teuerungsrate unverändert, obwohl die Preise für Mineralölprodukte sanken. Super, Diesel und Heizöl wurden günstiger, Gas allerdings teurer. Zudem stiegen die Preise für Bekleidung um durchschnittlich 2,2 Prozent - die Verbraucher mussten den Statistikern zufolge wegen des Übergangs von der Sommer- auf die Herbst/Winter-Kollektion mehr zahlen. Um 5,5 Prozent zurück gingen die Beiträge für die Kraftfahrzeugversicherung.

Verglichen mit dem August im vergangenen Jahr verteuerte sich die Energie aber kräftig: Heizöl war mehr als ein Fünftel (22,1 Prozent) teurer als vor einem Jahr, Benzin und Diesel rund elf Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im August nur 1,4 Prozent betragen, betonten die Statistiker.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen den Angaben zufolge um 2,5 Prozent, viel teurer wurden Margarine, Butter, Sahne, Quark und frische Vollmilch. "Auffällig" sei der Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken im August: Kaffee wurde binnen Jahresfrist um mehr als ein Fünftel (21,8 Prozent) teurer, Fruchtsäfte aus Kernobst um rund 14 Prozent.

Damit lag die Inflation zum achten Mal in Folge über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von knapp unter 2 Prozent. Obgleich die Energiepreise auf Jahressicht weiter anziehen, hatte sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Vortag allerdings gelassen hinsichtlich der weiteren Inflationsrisiken geäußert. Für 2012 sagte er eine Teuerung im Euroraum von 1,7 Prozent voraus - nach erwartet 2,6 Prozent in diesem Jahr.

kgi/DPA/AFP / DPA