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Billig-Klamotten : S.Oliver-Chef wettert: "Anbieter wie Primark entwerten Kleidung"

Sich Nachhaltigkeit wünschen, aber bei Primark einkaufen: Armin Fichtel, Chef von S.Oliver, ist sauer auf Kunden, die zu Billig-Klamotten greifen. Der Markt sei sowieso überfüllt mit viel zu günstiger Bekleidung. 

Primark: S.Oliver-Chef kritisiert billige Bekleidung

Primark: S.Oliver-Chef kritisiert billige Bekleidung.

Billig, billiger, Primark: Das irische Mode-Unternehmen steht hart in der Kritik. Denn die Klamotten-Kette verramscht Bekleidung zum absoluten Tiefstpreis. Pullis für fünf Euro, Hosen für sieben Euro, ein Badeanzug ab 3,50 Euro - solche Angebote waren bislang nur vom Klamotten-Discounter Kik bekannt. Doch Primark hat einen großen Vorteil gegenüber Kik: Die Bekleidungskette ist durch die sehr modischen Klamotten vor allem bei jungen Mädels beliebt.

S.Oliver-Chef Armin Fichtel hingegen ist ein großer Kritiker des Unternehmens. "Solche Anbieter wie Primark entwerten Kleidung völlig und die Preise für Textilien sinken immer weiter. Das ist schlimm. Die Leute reden immer von Nachhaltigkeit, und dann gehen sie zu Primark und kommen mit vollen Tüten raus", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". 

Primark: Billig erfolgreich

Tatsächlich scheint das Geschäftsmodell von Primark nicht auf einzelne Kleidungsstücke, sondern auf den Kaufpreis pro Kilogramm abzuzielen. "Viel hilft viel" lautet wohl die Devise der Iren. Und die geht auf: Seit Jahren steigt der Umsatz. Von 2010 (Umsatz: 2,73 Milliarden Pfund) bis 2015 (Umsatz: 5,35 Milliarden Pfund) konnte der Billigheimer den Umsatz europaweit mehr als verdoppeln. Auch in Deutschland brummt das Geschäft. Seit der Eröffnung der ersten Filiale 2009 in Bremen sind es inzwischen 20 Läden. Weitere Filialen in Mannheim, Hamburg und Bonn sollen folgen. Das erfolgreiche Geschäft von Primark bestätigt zumindest die Aussage Fichtels: "Es gibt viel zu viel billige Massenware auf dem Markt", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

S.Oliver macht sich fit für die Zukunft

S.Oliver selbst kann von solchen Wachstumsaussichten wie bei Primark nur träumen. 2014 schrumpfte der Erlös der Gruppe um 0,2 Prozent, 2015 legte das Unternehmen um 0,3 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zu. "Die Modebranche befindet sich im Umbruch. In den vergangenen Jahren haben viele gnadenlos in eigene Läden investiert, die einfach nicht profitabel waren", sagte Fichtel der "Süddeutschen Zeitung". Für die Zukunft setzt das Unternehmen auf die "Strategie 2020": Kleinere Läden, gestärkte und selbstständige Marken als einzelne GmbHs. "Wir stecken in einer großen Umstrukturierung. Das Unternehmen wird komplett neu aufgestellt", so Fichtel.

kg