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ProSiebenSat.1: Vorerst kein Verkauf der Senderfamilie

Obwohl dem Eigentümer von ProSiebenSat.1 neue Angebote vorliegen, wollen sie das Unternehmen nach der geplatzten Übernahme durch den Verlag Axel Springer vorerst nicht verkaufen. Zu gut sei die Unternehmensentwicklung.

Nachdem die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Verlag Axel Springer geplatzt ist, wollen die Eigentümer der Senderfamilie das Unternehmen vorerst nicht verkaufen.

"Das Unternehmen entwickelt sich extrem gut"

Die acht Investoren um den US-Milliardär Haim Saban hätten trotz beträchtlichen Interesses potenzieller Käufer beschlossen, ProSiebenSat.1 nicht zu veräußern, bestätigte Saban am Montag. "Das Unternehmen entwickelt sich extrem gut", hieß es zur Begründung.

Axel Springer hatte der Senderfamilie im August 2005 ein Übernahmeangebot gemacht, dieses nach einem monatelangen Ringen um die kartell- und medienrechtliche Genehmigung Anfang Februar aber wieder zurückgezogen. Das Investorenkonsortium um Saban, das rund 88 Prozent an ProSiebenSat.1 hält, ist seit dem Jahr 2003 bei der Senderfamilie engagiert.

Zwei neue Angebote abgelehnt

Eine mit der Situation vertraute Person hatte in der Nacht zum Montag gesagt, die Gruppe wolle vorerst weiter an ProSiebenSat.1 festhalten, auch wenn es mindestens zwei neue Angebote gebe. "Der Schwerpunkt liegt jetzt auf dem Ausbau des Geschäfts", hatte es geheißen. Die Finanzinvestoren wollten mindestens für ein weiteres Jahr engagiert bleiben, wahrscheinlich aber sogar für länger. Eines der neuen Angebote für die Sendergruppe habe sogar die von Springer offerierten 23,37 Euro je Aktie überschritten.

Die Namen der neuen Interessenten wurden nicht genannt. In Medienberichten war unter anderem über eine Offerte des Finanzinvestors Apax spekuliert worden. Nach Informationen einer mit der Situation vertrauten Person wurde zudem mit dem französischen TV-Konzern TF1 und der luxemburgischen SBS Broadcasting geredet.

Erst vergangene Woche hatte ProSiebenSat.1 bekannt gegeben, 2005 von anziehenden Werbeeinnahmen und dem Kauf des Quizsenders 9Live profitiert zu haben. Vorläufigen Zahlen zufolge wuchs der Überschuss um 65 Prozent auf knapp 221 Millionen Euro. Einige Analysten erhöhten daraufhin die Bewertung für die TV-Gruppe, deren Aktienkurs in der Folge auf mehr als 21 Euro kletterte.

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