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Radioaktivität: Inder liefern verstrahlten Schrott

Mehr als 150 Tonnen radioaktiven Schrotts aus Indien sind in Deutschland entdeckt worden. Ein Teil des radioaktiven Materials wurde bereits weiterverarbeitet. Nun bemüht sich das Umweltministerium, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen gering zu halten.

Beim dem in Deutschland entdeckten radioaktiven Schrott aus Indien handelt es sich um mehr als 150 Tonnen Metallteile, die auf zwölf Bundesländer verteilt sind. Eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums sagte, diese Zahlen hätten die Länder nach Berlin gemeldet. Laut einem "Spiegel"-Bericht werden die Kontaminationen von dem radioaktiven Isotop Kobalt 60 verursacht, das hauptsächlich aus drei indischen Gießereien in verschiedenste Produkte in Deutschland gelangt ist.

Unter Berufung auf einen internen Vermerk aus dem Bundesumweltministerium berichtete der "Spiegel", fünf Tonnen Edelstahlspäne hätten den gesetzlichen Grenzwert so deutlich überschritten, dass sie der Gesellschaft für Nuklear-Service hätten übergeben werden mussten. Bekannt seien den Behörden bisher Kontaminationen bei Ventilen, Gussteilen, Edelstahlseilen, Maschinenteilen und Altmetallspänen. Das Bundesumweltministerium hatte bereits über den Fall informiert.

Fachleute aus dem Bundesumweltministerium zitierte das Magazin mit den Worten, der Import des radioaktiv verseuchten Metalls habe eine "riesige Dimension". Dazu sagte die Ministeriumssprecherin: "Von Dramatik kann keine Rede sein. Aber wir nehmen das Problem sehr ernst, auch weil es erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die betroffenen Firmen hat." In der kommenden Woche werde es ein Treffen von Vertretern des Bundesumweltministerium und betroffener Firmen geben.

Erster Fund im August

Laut den Messungen der Bundesländer gehe von dem Schrott aus Indien keine Gefahr für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt aus, betonte sie. Nach Informationen des "Spiegels" hatte der erste Fund vom August 2008 - ein Container mit belasteten Edelstahlstangen im Hamburger Hafen - besonders stark gestrahlt. Der Aufenthalt in der Nähe des Materials hätte nach knapp 24 Stunden mehr als die Strahlendosis von einem Millisievert ergeben, die laut Strahlenschutzverordnung einem Normalbürger für ein ganzes Jahr erlaubt ist, heißt es.

AP / AP