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Markenrechtstreit: Wie Red Bull gegen einen kleinen Burgerladen in den Krieg zog

"Guter Bulle" heißt ein kleiner Burgerladen in Frankfurt - oder zumindest hieß. Denn das Energy-Drink-Imperium Red Bull passte der Name nicht. Der Konzern zog vor Gericht und bekam Recht.

Red Bull gegen einen den Burgerladen "Guter Bulle"

Red Bull ist in den Krieg gegen den Burgerladen "Guter Bulle" gezogen.

Etwas Wartezeit muss man zur Stoßzeiten wohl mitbringen, wenn man auf der Berger Straße in Frankfurt im Burgerladen "Guter Bulle" etwas essen möchte. Denn das Restaurant ist beliebt. "Schmackofatz" und "Geschmacksexplsoion pur" urteilen die Gäste auf Tripadvisor. Der Geschmack sei überwältigend, das Personal sehr nett, das Ambiente cool. "Allein beim Gedanken an den Burger läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen", schreibt die Userin Juliane S. Und ärgert sich lediglich über ihren zu kleinen Magen, denn "so ein leckeres Fleischstück habe ich selten gegessen." Erst Ende 2016 hatte das Restaurant eröffnet. Offensichtlich ein voller Erfolg - zumindest bislang.

Red Bull gegen Burgerbude

Denn dem Energy-Drink-Konzern Red Bull ist das Burgerrestaurant ein Dorn im Auge. Nicht wegen der Bouletten-Brötchen, sondern wegen des Namens. Und so flatterte eine einstweilige Verfügung bei Jalal Sharaf, dem Betreiber der kleinen Burgerbude, ins Haus, berichtet die "Hessenschau". Zunächst nahm er das gar nicht Ernst. "Meine beiden Partner und ich haben vermutet, dass uns vielleicht einer unserer Konkurrenten reinlegen will", sagte er der "Hessenschau". Doch Red Bull war nicht zum Scherzen aufgelegt. Der Name des Restaurants klinge zu ähnlich wie die Energy-Brause, so der Vorwurf. Und das Landgericht in Düsseldorf teilte diese Meinung.

Das Problem von "Guter Bulle": Die Macher ließen sich beim Patentamt nicht nur den Namen für das Restaurant schützen, sondern auch für Getränke. Sharaf und seine Partner hatten die Idee, in Zukunft vielleicht auch mal eigene Getränke anzubieten - allerdings "eher etwas in Richtung Smoothie", sagte er der "Hessenschau".

Für Red Bull war das zu viel. "Markenverletzung und unlauterer Wettbewerb" lautet der Vorwurf. Zum laufenden Verfahren wolle sich Red Bull nicht äußern, heißt es in der Hessenschau. Dort wird berichtet, dass es den Österreichern bei dem Namensschutz nicht nur um Getränke gehe, sondern auch um Gaststätten, Imbisse oder Bistros. Sollten die Betreiber von "Guter Bulle" gegen die Entscheidung des Gerichts verstoßen, droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

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Guter Bulle und Milka-Kuh

"Guter Bulle" gab nach - auch weil ein möglicher Rechtsstreit locker 70.000 Euro Kosten verursacht hätte. Viel Geld für eine kleine Burgerbude. Also entschieden sich Sharaf und Kollegen für einen neuen Namen: "Traumkuh" soll das Geschäft nun heißen. Hoffentlich beschwert sich nicht die Schokomarke Milka. Sonst zoffen sich bald die lila Kuh und der Burgerladen vor Gericht.

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