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Rekord-Drosselung: Opec will Ölförderung drastisch kürzen

Um 2,2 Millionen Barrel pro Tag will die Opec die Ölfördermenge senken - das hat der saudische Ölminister Ali Naimi bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um eine Rekord-Kürzung. Die Börse reagierte auf die Ankündigung - der Ölpreis stieg.

Die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) haben offiziell beschlossen, angesichts des massiven Preisverfalls beim Öl die Förderung um 2,2 Millionen Barrel am Tag zurückzufahren. Der saudische Ölminister Ali Naimi erklärte am Mittwoch, die in der Opec versammelten Ölexportländer seien sich einig. Es handelt sich um die größte Förderbeschärnkung in der Geschichte der Opec. Auch Russland und Aserbaidschan wollen laut Naimi die Produktion zurückfahren. Die Opec traf sich am Mittwoch in Oran in Algerien zu einer Sitzung, um den Preisverfall zu stoppen. Russland nahm auch an dem Treffen teil, wie auch andere Nicht-Opec-Länder wie Oman, Aserbaidschan und Syrien.

Alle Länder leiden unter dem Preisrückgang beim Rohöl um rund zwei Drittel innerhalb weniger Monate. Die meisten der Konferenzteilnehmer haben kaum nennenswerte Exportprodukte außer Öl, so dass ihnen die Staatseinnahmen rasant weggebrochen sind. Nach Ansicht von Marktbeobachtern ist offen, ob die Opec-Mitglieder auch die nötige Disziplin aufbringen werden, sich an beschlossene Kürzungen tatsächlich zu halten. Die Opec fördert rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion. In der Vergangenheit hatten immer wieder einzelne Mitglieder aus Geldnot mehr Öl gefördert und verkauft als ihnen nach dem Opec-Schlüssel zusteht.

Ölpreis ist gestiegen

Die Opec hatte die Produktion in den letzten Monaten bereits zweimal gesenkt, konnte damit aber den Preisverfall nicht stoppen. Der Ölpreis ist vor dem Treffen gestiegen. Der Preis für ein Barrel amerikanisches Leichtöl legte um 1,66 Dollar auf 45,26 Dollar zu.

Laut Naimi soll die Kürzung zum 1. Januar in Kraft treten. Ölkenner wie Karin Retzlaff vom deutschen Mineralölwirtschaftsverband erinnern daran, dass derzeit große Mengen nicht nachgefragtes Rohöl in Tankern auf See oder an Land gelagert seien. Diese Lagebestände könnten dafür sorgen, dass die Ölmärkte auch nach einer Kürzung noch für Wochen gut versorgt blieben. Ob angesichts der Welt-Rezession möglicherweise die Ölnachfrage schneller fällt als die Opec kürzt, bleibt eine offene Frage.

154 Preiserhöhung im Jahr 2008

Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen sind im abgelaufenen Jahr 139 Mal gesenkt und 154 Mal angehoben worden. Das geht aus einer Preisstatistik des deutschen Tankstellen-Marktführers Aral hervor. Insgesamt wurden die Preise in den mehrmals wöchentlich stattfindenden Anpassungen um 451,6 Cent erhöht und um 484,3 Cent gesenkt. Eine Tankfüllung (55 Liter) für einen VW Golf kostet im Dezember 62,59 Euro. Gegenüber dem Höchstpreis zur Jahresmitte sind das 21,40 Euro oder rund 40 Cent je Liter weniger, wie Aral erklärte.

Aral führt die häufigen Preisänderungen auf einen scharfen Wettbewerb der Stationen zurück: Ohne Steuern hätte der Autofahrer demnach im Jahresmittel je nach Kraftstoffsorte nur 53 bis 66 Cent pro Liter bezahlen müssen. Damit liege Deutschland auf dem niedrigsten Niveau von 27 EU-Ländern.

Reuters/DPA