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Renten: "Es kann eine längere Dürrezeit für Rentner geben"

Neue Hiobsbotschaften für die Rentner: BfA-Präsident Herbert Rische befürchtet auch für 2005 eine Nullrunde. Den Rentenkassen könnte bereits Ende 2004 das Geld ausgehen.

Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) rechnet damit, dass den Rentenversicherern zum Jahresende 2004 das Geld ausgeht. Im November und Dezember des kommenden Jahres würden die Rentenversicherer "nicht umhin kommen, die Bundesgarantie in Anspruch zu nehmen", sagte BfA-Präsident Herbert Rische, in einem Interview des Berliner "Tagesspiegels". Finanzminister Hans Eichel müsse die Renten dann aus dem Bundeshaushalt zahlen.

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckhardt, glaubt zwar nach eigenen Worten nicht, dass es so weit kommt. Doch selbst wenn die Bundesgarantie in Anspruch genommen werden müsste, wäre dies "kein Beinbruch", sagte Göring-Eckhardt im ZDF-Morgenmagazin. Schließlich würde dies nicht die Rentner betreffen, denen egal sei, woher sie ihr Geld bekämen. Aber die Bundesregierung habe genug vorgesorgt, damit die von der BfA befürchtete Situation gar nicht erst eintrete. Auf jeden Fall seien die Renten für nächstes Jahr und auch darüber hinaus sicher, betonte die Grünen-Politikerin.

Rische rechnet auch für das Jahr 2005 mit einer Renten-Nullrunde. "Es kann eine längere Dürrezeit für Rentner geben", sagte Rische der Zeitung. Für das Rentensystem sei schon die Nullrunde 2004 "eine Katastrophe", fügte er hinzu.

Wie zuvor schon BfA-Vorstandschef Christian Zahn kritisierte auch Rische die Regierungspläne, Ausbildungszeiten nicht mehr rentensteigernd anzurechnen. Bundessozialministerin Ulla Schmidt verteidigte dagegen erneut den Plan, die Renten-Anerkennung für Studienzeiten zu streichen.

Sie glaube nicht, dass irgendjemand ein Studium aufnimmt, nur weil er anschließend eine Höherbewertung bei seiner Rente bekommt, sagte die Ministerin am Sonntagabend im ZDF. Akademiker hätten in der Regel doppelt so hohe Alterseinkünfte wie die restliche Bevölkerung. „Deswegen glaube ich, dass es gerecht ist“, sagte die SPD-Politikerin wörtlich.

Die Ministerin betonte, dass die Berufsausbildung weiterhin höher bewertet werden solle. Lehrlinge verdienten sehr wenig und zahlten zudem noch Rentenbeiträge, sagte sie zur Begründung.