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Supermarkt-Lieferservice: Rewe dreht an der Preisschraube

Rewe war einer der ersten Supermärkte, die einen Lierferservice nach Hause angeboten haben. Beworben wurde das Angebot mit dem Slogan "Preise wie im Markt". Das ist vorbei: Der Pionier rudert zurück.

Das Angebot ist verlockend: Statt selbst noch kurz vor Ladenschluss in den Supermarkt zu hetzen, braucht der Kunde nur seinen virtuellen Einkaufskorb füllen und der Lebensmittelhändler liefert die bestellten Produkte nach Hause. Rewe zählte zu den ersten Supermärkten, die diesen Service angeboten haben. Dieses Angebot kostet ab der dritten Bestellung je nach Umfang der Lieferung zwischen 2,90 Euro und 4,90 Euro. Ab 100 Euro Einkaufswert liefert Rewe kostenlos. Was Kunden bislang überzeugte: Ob Brot, Nudeln, Milch oder Aufschnitt - nichts war teurer als im Supermarkt. Abgesehen von den Lieferkosten zahlen Verbraucher also nicht mehr. Doch damit ist jetzt Schluss.

Wie der "Supermarktblog" berichtet, hat Rewe die Werbeslogan "Preise wie im Markt" von der Homepage und auch von der ausliefernden Transportern verbannt. Dem Blog sagte ein Rewe-Sprecher: "Im Sinne einer konsistenten und transparenten Kommunikationsstrategie verzichtet Rewe Lieferservice deshalb auf den Slogan ‘Preise wie im Markt’ in der Kommunikation beziehungsweise Werbung." Kurz gesagt: Rewe verabschiedet sich von der einheitlichen Preisgestaltung - für Kunden könnten die Lieferungen also künftig deutlich teurer werden.

Herber Rückschlag für Rewe

Mit dem Zurückrudern beim Preisversprechen muss Rewe die erste Niederlage in dem noch recht jungen Geschäftsbereich hinnehmen. Noch Anfang 2014 hatte der Rewe-Chef in einem Interview deutlich gemacht, wie sehr das Kölner Unternehmen auf den Web-Handel setzt. "Uns gibt das Internet die Chance, Marktführer zu werden: Wir können mit Hilfe der Technik von der Nummer zwei im Lebensmittelhandel zur Nummer eins werden. Deshalb müssen und werden wir im Onlinegeschäft mit Lebensmitteln der Pionier sein", sagte Alain Caparros damals dem "Handelsblatt".

Rewe machte seinen Internetauftritt flotter, senkte sogar zweitweilig die Lieferkosten, auf Facebook wurde der Service massiv beworben. Genützt haben die Anstrengungen offensichtlich nicht. Das Ende der Preiseinheit macht deutlich, dass der Service nicht kostendeckend angeboten werden kann. Oder dass sich die Verantwortlichen zumindest eine Hintertür bei der Preisgestaltung offen halten wollen.

Umkämpftes Geschenk

Nicht nur Rewe drängt auf den Markt für Online-Lebensmittelshopping. Auch Kaiser's Tengelmann oder der Konkurrent Edeka bieten diesen Service in ausgewählten Städten an. Dazu kommen unzählige Start-ups, die mitmischen wollen. Gerade in Ballungszentren und Großstädten konkurrieren unzählige Anbieter, wie lebensmittel.de, food.de oder das erst im Herbst 2014 gestartete Shopping-Portal Shopwings. Teilweise werden sogar keine Liefergebühren fällig.

Rewe sagt auf Nachfrage des Supermarktblogs, dass die Preise beim Lieferangebot häufig mit denen in Filialen identisch seien. Aber: Eine Garantie für "Preise wie im Markt" gibt es nun nicht mehr. Der Konkurrent bringmeister.de, hinter dem sich Maiser's Tengelmann verbirgt, wirbt hingegen mit einer Geld-zurück-Garantie: Sollte ein Kunde einen Preisunterschied bei gelieferten Produkten und Filialartikel feststellen, dann erstattet das Unternehmen den Differenzbetrag. Für Aktionsware und Sonderpreise gilt das aber nicht.

Katharina Grimm
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.