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Schadenersatz: Siemens verklagt Ex-Vorstände auf 20 Millionen

Das Millionenspiel im Schmiergeldskandal bei Siemens geht weiter. Nun ist der Elektrokonzern am Zug. Er zwingt zwei ehemalige Vorstandsmitglieder vor Gericht und fordert insgesamt 20 Millionen Euro Schadenersatz.

Der Elektronik-Konzern Siemens hat wegen des Schmiergeldskandals zwei seiner ehemaligen Vorstände, Thomas Ganswindt und Heinz-Joachim Neubürger, auf Schadensersatz verklagt. Laut der Klage, die Siemens nach eigenen Angaben am Landgericht München eingereicht hat, fordert das Unternehmen von Neubürger 15 Millionen Euro, von Ganswindt fünf Millionen Euro. Der Siemens-Aufsichtsrat hatte bereits im September beschlossen, in den Skandal verwickelte frühere Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats zu verklagen, sollten diese nicht zu einem Vergleich bereit sein.

Neun ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte haben sich Unternehmensangaben zufolge inzwischen mit Siemens außergerichtlich geeinigt. So erklärten sich die früheren Siemens-Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld früheren Angaben des Konzerns zufolge zur Zahlung von fünf Millionen beziehungsweise zwei Millionen Euro bereit. Die Hauptversammlung an diesem Dienstag muss diese Vergleiche abschließend noch absegnen.

Hingegen konnte offenbar weder mit dem einst für den Telekommunikationsbereich zuständigen Ganswindt noch mit dem früheren Finanzvorstand Neubürger eine Einigung erzielt werden. Siemens kostete der Skandal um das weit verzweigte System schwarzer Kassen nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Euro.

AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters