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Doping-Affäre: Armstrong bot Justizministerium Deal an

Offenbar hat Ex-Radprofi Lance Armstrong dem Justizministerium seine Kooperation angeboten, um größere Schadenersatzforderungen zu vermeiden. Die Behörde hielt das für unangemessen - und lehnte ab.

Lance Armstrong hat den US-Behörden einem Bericht zufolge die Rückzahlung von mehr als fünf Millionen Dollar angeboten, um noch wesentlich größeren Schadensersatzforderungen vorzubeugen. Der wegen Dopings verurteilte und mittlerweile offenbar geständige Ex-Radprofi habe dem Justizministerium auch seine Kooperation als Zeuge angeboten, berichtete der TV-Sender CBS. Allerdings habe das Ministerium laut CBS beide Angebote als "unangemessen" ausgeschlagen.

Die Bundesbehörde prüft, ob sie sich einem offenbar von Armstrongs Ex-Teamkollegen Floyd Landis initiierten Verfahren anschließt. Dieser hatte einem Medienbericht zufolge Ende 2010 eine Klage eingereicht, in der Armstrong der Missbrauch von Steuergeldern für Dopingzwecke vorgeworfen wurde. Die Postbehörde US Postal hatte das Team des mittlerweile lebenslang gesperrten Texaners bis 2004 dem Vernehmen nach mit mehr als 30 Millionen Dollar gesponsert und will nun Teile davon zurück.

Deutscher Doping-Experte unterstellt Armstrong Kalkül

Für den Heidelberger Professor Werner Franke ist Armstrongs kolportierte Dopingbeichte wohlüberlegt. "Ich vermute, dass Armstrongs Anwälte mit den Parteien, die er beschissen hat, vor seiner vermeintlichen TV-Beichte umfassende Verhandlungen geführt haben", sagte der Dopingexperte der "Welt". Für Armstrong sei es am wichtigsten, dass er nicht vor einer Grand Jury aussagen müsse. "Dort könnte er Dinge gefragt werden, die bis jetzt noch gar nicht bekannt sind. Und das wäre dann noch viel kribbeliger, als wir uns das alle vorstellen können. Bei der Wahrheitsfindung sind die amerikanischen Gerichte nicht zimperlich", meinte Franke.

sas/DPA / DPA

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