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Dreamliner-Desaster Erste Airline will Schadenersatz fordern

Das Flugverbot für Boeings Dreamliner hat weltweit Konsequenzen. Die polnische Airline Lot erwägt Schadenersatzforderungen. In Frankfurt und auf zwei weiteren Airports sind Maschinen gestrandet.

Die polnische Fluggesellschaft Lot zieht erste Konsequenzen aus der Pannenserie beim Dreamliner von Boeing. LOT werde nach einer Kostenanalyse Schadenersatz von Boeing fordern, kündigte die Fluggesellschaft am Donnerstag an. "Wir analysieren den Vertrag mit Boeing mit Blick auf unsere Möglichkeiten, Kompensationen zu fordern", sagte Lot-Vize-Chef Tomasz Balcerzak.

Die Verträge will die Airline nach eigenen Angaben einhalten. Die Auslieferung neuer Maschinen will Lot aber davon abhängig machen, ob die technischen Mängel behoben wurden. Bei der Lot sind seit November zwei Dreamliner im Einsatz, sechs weitere sind bestellt. Die erste dieser Maschinen soll noch in diesem Monat geliefert werden, die anderen fünf bis Ende März. Die Lot ist bisher die einzige Airline aus Europa, die den Dreamliner in ihrer Flotte hat

Die beiden Dreamliner der Lot blieben am Donnerstag aufgrund des von der US-Luftfahrtbehörde verfügten Flugstopps am Boden - die eine Maschine in Chicago, die andere in Warschau. Einen Flug von Warschau nach Peking musste die Lot am Donnerstag streichen. Die polnische Fluggesellschaft habe in den vergangenen Wochen "kleinere Probleme" mit den Dreamlinern gehabt, etwa mit der Elektronik der Bremssysteme, sagte ein Unternehmenssprecher. In allen Fällen sei der geplante Flug mit einer anderen Maschine gestartet.

Japanische Boeing 787 in Frankfurt

Ein japanischer Dreamliner strandete unterdessen aufgrund des Flugverbots am Frankfurter Airport. Die Maschine der All Nippon Airways (ANA) hätte am Mittwoch nach Japan starten sollen, stehe aber auf einer Parkposition, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport am Donnerstag. Wann die Boeing 787 wieder abheben dürfe, sei derzeit nicht klar. Neben der japanischen Gesellschaft haben auch Air India und Ethiopian Airlines Linienflüge mit dem Boeing-Flieger nach Frankfurt im Programm.

Qatar Airways plant nach früheren Angaben ab dem 1. Februar, eine der täglich zwei Verbindungen nach Frankfurt mit dem Dreamliner durchzuführen. Ob es dazu kommt, ist derzeit unklar. Vorerst hat die arabische Fluggesellschaft - wie viele andere Dreamliner-Betreiber - ihre Jets aus dem Verkehr gezogen.

Die Airlines reagieren damit auf Flugverbote, die Sicherheitsbehörden weltweit verhängten - auch in Europa. "Wir folgen dem Vorbild der US-Behörden und haben ein Flugverbot für den Dreamliner für europäische Airlines verhängt", sagte ein Sprecher der in Köln ansässigen europäischen Flugsicherheitsbehörde Easa. Die US-Schwesterorganisation FAA habe den Zulassungsprozess für den Dreamliner durchgeführt, weshalb ihre Entscheidungen in der Sache maßgeblich seien.

Grund für den ungewöhnlich harten Schritt der Flugaufsichtsbehörden ist eine Pannenserie bei dem Flugzeug, die am Mittwoch in der Notlandung einer ANA-787 gipfelte. Nach Angaben der Airline hatten die Bordinstrumente des Kohlefaser-Fliegers Alarm geschlagen und den Ausfall einer Batterie sowie Rauchentwicklung gemeldet.

mlr/Reuters/DPA/AFP DPA Reuters

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