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SICHERHEIT: Deutsche Unternehmen verzichten auf zusätzliche Schutzmaßnahmen

Nach den US-Angriffen auf das Taliban-Regime in Afghanistan haben zahlreiche deutsche Banken und Konzerne auf schärfere zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verzichtet. Bereits seit den Terroranschlägen in New York und Washington am 11. September war der Schutz intensiviert worden. »Unsere exponierten Gebäude in Düsseldorf und Frankfurt werden besonders stark geschützt«, versicherte der Sprecher der Deutschen Bank, Walter Schumacher, am Montag in Frankfurt.

Sicherheitszone um Frankfurter Zwillingstürme

Mitarbeiterausweise würden seit dem 11. September schon vor dem Gebäude kontrolliert statt wie bisher im Haus, sagte Schumacher. Um die Frankfurter Zwillingstürme gebe es eine Sicherheitszone, in die kein Auto vordringen dürfe. Auch bei der Zufahrt in die Tiefgarage seien die Kontrollen strenger. Bei der HypoVereinsbank in München dürfen Gäste nicht mehr in der Tiefgarage parken. Die Bank habe die Zahl der Wachleute zwar nicht aufgestockt, aber die »Sensibilität« erhöht, sagte Banksprecher Thomas Pfaff.

Auch bei der General Motors-Tochter Opel in Rüsselsheim sei der Werkschutz schon vor vier Wochen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, sagte Opel-Sprecher Rüdiger Assion. Patrouillengänge von Sicherheitskräften seien ausgedehnt worden. Opel-Mitarbeiter seien dazu aufgerufen, ungewöhnliche Dinge zu melden und keine Taschen stehen zu lassen.

Der Chemiekonzern Celanese hat nach eigenen Angaben die Vorräte gefährlicher Chemikalien verringert. Zudem seien Arbeitskreise gebildet worden, die sich mit der Sicherheitslage befassten, sagte Sprecher Carsten Henschel. Der Celanese-Vorstand habe Mitarbeitern Reisen in Länder wie den Iran oder Irak untersagt. Auch Dienstreisen sollten möglichst vermieden und etwa durch Telefonkonferenzen ersetzt werden.

BASF in Ludwigshafen, die Citibank wie auch Vodafone in Düsseldorf wollten keine Angaben über Sicherheitsmaßnahmen machen. Vieles sei bereits mit den Anschlägen am 11. September in die Wege geleitet worden. Darüber hinaus liege es in der Natur der Sache, dass man über Sicherheitsmaßnahmen nicht spreche.

Commerzbank: Schutz verschärft

Die Commerzbank habe dagegen den Schutz erheblich verschärft, sagte Commerzbank-Sprecher Dieter Schütz. Die Passage des Frankfurter Haupthauses, die sonst als Durchgang genutzt wird, sei für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Auch das Wachpersonal wurde verstärkt. Weitere Schutzmaßnahmen würden vorbereitet, sagte Schütz. Dazu gehören Taschenkontrollen für Mitarbeiter und die Auflage, den Bankenausweis außen an der Kleidung zu tragen.