HOME

Stern Logo Haushalt

Verbraucher-Urteil: Single schläft sein Doppelbett kaputt – selbst Schuld, sagt das Landgericht

Nur zwei Jahre hielt ein Boxspring-Bett für 2000 Euro, dann hatte sich eine tiefe Kuhle gebildet. Der Kunde wollte Ersatz, blitzte vor Gericht aber ab. Seine Art des Alleinschlafens ist eine Fehlnutzung.

Bitte mit Vorsicht benutzen: Single sollten immer am Rand ihres Doppelbettes ruhen.

Bitte mit Vorsicht benutzen: Single sollten immer am Rand ihres Doppelbettes ruhen.

Getty Images

Was war passiert: Ein Single wollte schön viel Platz beim Schlafen haben, also kaufte er ein Doppelbett. Und keinen Schund: Das Boxspring-Bett mit der Breite 160 Zentimeter kostete etwa 2000 Euro – Topper inklusive.

Meist verbrachte der Käufer seine Nächte allein auf seiner Traum-Matratze. Aber anstatt schön brav auf seiner Seite liegen zu bleiben, lümmelte er sich mitten auf das Bett. Das machte das Bett nun wieder nicht mit. Nach zwei Jahren war es komplett durchgelegen: In der Mitte des Edel-Bettes hatte sich eine tiefe Kuhle gebildet.

Der verärgerte Käufer wollte eine Reparatur oder ein Ersatzbett vom Möbelhaus. Kam damit aber nicht durch. Er habe keinerlei Ansprüche teilte man ihm mit. Denn er habe das Bett nicht richtig benutzt, nämlich zu zweit. Alleinschlafen ist demnach eine Fehlbenutzung – so als würde man einen Benziner mit Diesel betanken.

Der Kunde ließ nicht locker und wandte sich an das Amtsgericht Mayen. Dort wurde sogar ein Gutachter mit der kniffligen Liegefrage betraut. Der fand allerdings keinen Fehler im Bett, sondern machte die Schlafgewohnten des Kunden für den schlechten Zustand der Schlafstatt verantwortlich.

Keine Gewährleistung bei nicht bestimmungsmäßigem Gebrauch

Ein Doppelbett sei eben nicht zum mittigen Schlafen gedacht. Das sei auch für den Laien leicht zu erkennen, denn das Bett bestehe aus zwei einzelnen 80 Zentimeter breiten Matratzen. Wer in der Mitte liegt, belastet immer den Rand der einzelnen Matratzen.

Dieser Ansicht schloss sich das Amtsgericht Mayen an. Es nützte auch nichts, dass sich auf der Reklameanzeige ein Model auf dem Bett rekelte – mittig natürlich. Auch sei das Möbelhaus nicht verpflichtet gewesen, dem Kunden im richtigen Schlafen zu unterrichten. Nun unterlag der Single-Schläfer auch in der nächsten Instanz. Das Landgericht Koblenz wies seine Klage ohne weitere Verhandlung ab.

LG Koblenz, Beschluss vom 17.8.2018, 6 S 92/18

Kra
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?