HOME

Sommerschlussverkauf beginnt: Bis zu 70 Prozent billiger

Zu heiß zum Einkaufen - das Wetter machte dem Einzelhandel einen Strich durch die Umsatzerwartungen. Mit radikalen Preisnachlässen wollen die Händler nun beim Schlussverkauf die Menschen aus dem Freibad und in die Läden locken.

Mit hohen Preisnachlässen beginnt heute der freiwillige Sommerschlussverkauf. Die Lager mit Sommerware sind nach Angaben der Händler noch gut gefüllt: Vielerorts war es in den vergangenen Wochen zu heiß zum Einkaufen. Nach Angaben von Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), reicht der Preisnachlass bis zu 70 Prozent. Wegen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung wollten die Händler um fast jeden Preis vermeiden, Waren bis zum nächsten Jahr zu lagern.

Vor allem leichte Sommerware und hochmodische Kleidung müsse jetzt raus, hieß es im Einzelhandel. Diese Ware sei für die Übergangszeit nicht geeignet. Ein großes Angebot dürfte es bei Sakkos und Anzügen sowie bei Röcken, Kleidern und Strickwaren, aber auch bei Schuhen und anderen Lederwaren geben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels, Jürgen Dax. Am freiwilligen Schlussverkauf nehmen nach Einschätzung des HDE mehr als zwei Drittel der Geschäfte teil. Seit dem Fall des Rabattgesetzes darf das ganze Jahr über preisreduzierte Ware angeboten werden. Trotzdem halten viele Händler am traditionellen Schlussverkauf fest. Die meisten Läden planten einen zweiwöchigen Schlussverkauf, sagte Pellengahr.

Mehr Auswahl als im vergangenen Jahr

"Wir haben noch sehr viel Ware, die wir für die Weltmeisterschaft eingekauft hatten, dann aber wegen der Hitze überhaupt nicht los wurden", sagte die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg, Sabine Hagmann. In den Geschäften sei derzeit mehr Ware für den Sommerschlussverkauf vorhanden als im vergangenen Jahr.

Bereits am Samstag hatten viele Geschäfte ihrer Preise radikal gesenkt. Vielen Kunden war es zum Einkaufen jedoch trotzdem zu heiß. "Petrus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels, Bernd Ohlmann. "Wer hat schon Lust, sich bei der Hitze in die Umkleidekabine zu stellen. Die Menschen gehen lieber ins Freibad", unterstrich der Sprecher des Unternehmensverbandes Einzelhandel in Niedersachsen, Hans-Joachim Hambow.

Notfalls noch mal reduzieren

Hitzebedingte Sorgen macht sich einem Bericht des "Tagesspiegels am Sonntag" zufolge auch der Bekleidungshändler C&A. "Es ist sicher so, dass die Umsätze bei moderateren Temperaturen höher sein könnten", sagte ein Unternehmenssprecher dem Blatt. Im Berliner Einzelhandel seien die Juli-Umsätze ersten Umfragen zufolge enttäuschend, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Einzelhandelsverband Berlin-Brandenburg. "Wir haben gehofft, dass es jetzt richtig losgeht - das Gegenteil ist der Fall", sagte Verbandsvizechef Günter Päts der Zeitung.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Familien in den Ferien seien und das Portemonnaie zum Monatsende bei vielen leer sei. Ein Sprecher der Warenhauskette Karstadt kündigte an, die Preise weiter zu senken, wenn die Käufer ausbleiben sollten. "Notfalls wird eben nochmal reduziert", wurde Karstadt-Sprecher Elmar Kratz zitiert. Am Ende müsse alles raus sein. Dem Bericht zufolge war der Einzelhandel schon im vergangenen Schlussverkauf nur mäßig zufrieden.

DPA/AP / AP / DPA