HOME

Werra-Meißner-Kreis: Sparkassen-Banker soll eine Million Euro von Kundenkontos abgezweigt haben

Ein Banker der Sparkasse Werra-Meißner soll Kunden um rund eine Million Euro geprellt haben. Der Betrug war zum Jahreswechsel aufgefallen.

Sparkasse

Ein Mitarbeiter einer Sparkasse soll Kunden um eine Million Euro geprellt haben

Picture Alliance

Ein Mitarbeiter der Sparkasse Werra-Meißner soll Kundengelder veruntreut haben, berichtet das "Handelsblatt". Demnach habe der Banker, der in der Abteilung Privat-Banking gearbeitet hat, eine Handvoll Kunden ärmer gemacht haben. Aufgefallen war dies zum Jahreswechsel 2019, im Februar soll der 41-Jährige verhaftet worden sein. Die Staatsanwaltschaft in Kassel wirft dem Mann Betrug, Untreue und Urkundenfälschung vor.

Laut einem Sprecher der Bank waren der Sparkasse ungewöhnliche Kontobewegungen aufgefallen. Interne Untersuchungen wurden angestoßen, auch Kunden und der Mitarbeiter selbst wurden befragt. Doch der stritt gegenüber seinem Arbeitgeber alle Vorwürfe ab. Der Mitarbeiter wurde daraufhin von der Bank freigestellt - und die Staatsanwaltschaft informiert.

Inzwischen sei der Banker zwar wieder auf freiem Fuß, so das "Handelsblatt". Allerdings sei der Haftbefehl nicht aufgehoben, sondern lediglich außer Vollzug gesetzt. Die Bank hat dem Mitarbeiter fristlos gekündigt. 

Betrugsfälle bei der Sparkasse

Betrugsfälle dieser Größenordnung kommen bei Sparkassen und anderen Banken selten vor. Vor knapp zwei Jahren wurde ein Fall bei der Sparkasse Oberhessen bekannt, bei dem ein Mitarbeiter über Jahre hinweg Geld für sich abgezweigt hatte. Insgesamt ging es damals um neun Millionen Euro. Allerdings sei damals, so das "Handelsblatt", kein Kunde geschädigt worden. 

+++ Lesen Sie hier: NS-Vergangenheit - als Sparkassen Hitlers Vollstrecker waren +++

Ende 2018 wurde ein ehemaliger Sparkassen-Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der 44-Jährige hatte mehr als 1,7 Millionen Euro auf zwei Privatkonten bei einer Münchener Bank verschoben. Das Geld hatte der ehemalige Filialleiter durch einen Trick angehäuft: In der Zeit zwischen 2013 und 2015 hatte er insgesamt 85 Konten für erfundene Personen eingerichtet, denen er Dispo-Kredite und Darlehen gewährt hatte. Dieses Geld überweis er auf seine eigenen Konten. Der Mann soll laut dem "NDR" an Spielsucht leiden.  

Rentner
kg