HOME

ZDF-Zoom: Wie die Sparkassen das Vertrauen der Kunden verspielen

Die Sparkassen sind besondere Banken - sie sollen dem Gemeinwohl dienen. Doch zinslose Sparkonten, hohe Dispozinsen und üppige Gehälter zeichnen ein anderes Bild. Über einen Bankenverband, der das Vertrauen der Kunden verspielt.

Ein Sparkassenschild hinter einer roten Ampel

Die Sparkassen sind Banken mit einem besonderen Auftrag - den sie aber zunehmend vergessen.

Sparkassen in Deutschland sind ganz besondere Banken: Anders als private Geldhäuser haben sie einen öffentlichen Auftrag, sie sind öffentlich-rechtliche Kreditinstitute. Das ist einzigartig im Bankenwesen. Ein Teil der Gewinne, der von den Sparkassen erzielt wird, muss gemeinnützig verwendet werden. Ein Verwaltungsrat kontrolliert die Bank - und das ist offenbar auch notwendig. Denn die Sparkassen sind nicht die Vorzeigegeldhäuser, dessen Image sie gerne bemühen.

Die ZDF-Reihe "Zoom" hat sich die Arbeit der rund 400 Sparkassen genauer angesehen. Darunter waren Geldhäuser, die einen eigenen Weinkeller oder Oldtimer haben oder ehemaligen Mitarbeitern fürstliche Renten von rund 18.000 Euro pro Monat zahlen. Die Reporter fragen: Handeln solche Banken noch im öffentlichen Interesse?

Sparkassen Gehälter von "ungeahnter Höhe"

Der Bankenprofessor Ralf Jasny von der University of Applied Science in Frankfurt unterstützt das ZDF-Team. Er hat beobachtet, dass sich die Sparkassen aus "dem Besten aus zwei Welten" bedienen. Denn bis in die 1980er Jahren waren die Mitarbeiter der Sparkassen Beamte. Das sind sie zwar heute nicht mehr, aber die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist geblieben. Heute kombinieren die Sparkassen dazu üppige Gehälter von "ungeahnter Höhe", heißt es in dem Film. Vorstandsgehälter um die 500.000 Euro, Pensionszahlung von bis zu 75 Prozent des letzten Gehalts sind keine Seltenheit. So verdient ein Sparkassenchef mit gerade einmal 135 Mitarbeitern ein stolzes Jahresgehalt von 250.000 Euro. 

11 Prozent Überziehungszinsen

Solche Ausgaben gehen zulasten der Kunden, die eine solche Praxis natürlich ärgert. Doch nicht nur die hohen Gehälter kratzen am Image der Bank. Während Kunden selbst kaum noch Zinsen erhalten, müssen sie für Dispokredite tief in die Tasche greifen. Rund 11 Prozent verlangen Sparkassen durchschnittlich für die Überziehung des Girokontos. Viel zu viel, findet die Stiftung Warentest. Denn die Banken könnten sich selbst sehr billig Geld leihen, würden diese Konditionen aber nicht weitergeben. 

Sparkasse Ulm: Prämiensparer vor die Tür gesetzt

Dass der Profit in den Mittelpunkt gerückt ist, zeigen auch die Kündigungen von gut verzinsten Sparverträgen. So hatte die Sparkasse in Ulm rund 14.000 Sparern neue Verträge zu schlechteren Konditionen angedreht. Einige Kunden wollten die lukrativen Verträge nicht kündigen lassen und zogen vor Gericht. Das Oberlandesgericht in Stuttgart gab ihnen 2015 recht - inzwischen hat sich die Sparkasse mit den Kunden außergerichtlich geeinigt. Die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld hatte ebenfalls Kunden gekündigt - und wird sich bald vor Gericht verantworten müssen. Die Verbraucherzentrale hatte geklagt. Kunden die auch von dieser Praxis der Bank betroffen sind, raten Verbraucherschützer zum Widerspruch. Die Aussichten vor Gericht zu gewinnen, stehen zumindest gut.


Der Film "Sparkassen in der Krise - Wenn Kunden das Vertrauen verlieren" läuft am Mittwochabend um 22:45 im ZDF oder als Live-Stream in der Mediathek.


Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.