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Howard Schultz: Starbucks-Chef tritt zurück: Will er in die Politik?

Nach 36 Jahren ist Schluss: Starbucks-Chef Howard Schultz tritt zurück. Für die Zukunft sieht er "eine Reihe von Optionen". Gerüchten zufolge könnte eine davon den 64-Jährigen zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten bei der nächsten US-Wahl machen.

Als Howard Schultz Chef von Starbucks wurde, war die Kaffeehauskette lediglich ein kleiner Coffeeshop in Seattle. Über die Jahre hat der 64-Jährige das Unternehmen zu einem weltweit aktiven Konzern ausgebaut. Nun will sich Schultz scheinbar anderen Herausforderungen widmen. 

Wie Starbucks am Montag mitteilte, tritt er als Chef zurück und wird die Firma zum Monatsende verlassen. Am 26. Juni soll er sich demnach auch aus dem Direktorium zurückziehen und den Verwaltungsratsvorsitz abgeben. Im April 2017 war Schultz bereits als Vorstandschef zurückgetreten.

Nächste Station: Weißes Haus?

Die Ankündigung heizt die Spekulationen um die politischen Ambitionen des US-Amerikaners an. Es wird vermutet, dass Schultz bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020 als Kandidat der Demokraten ins Rennen gehen könnte.

Der "New York Times" sagte er, er habe noch nicht über sein weiteres Vorgehen entschieden, er sei jedoch "bereits seit einiger Zeit tief besorgt über unser Land - die zunehmende Spaltung im Land und unser Ansehen in der Welt". Schultz, ein Kritiker von US-Präsident Donald Trump, sagte, als nächstes wolle er "herausfinden, ob ich eine Rolle dabei spielen kann, etwas zurückzugeben". Er denke über "eine Reihe von Optionen" nach, darunter möglicherweise auch "der öffentliche Dienst".

Howard Schultz gibt sich liberal und weltoffen

Es ist kein Geheimnis, dass Schultz ein eingefleischter Demokrat und Vertrauter von Ex-Präsident Barack Obama ist, der auch Hillary Clinton im Wahlkampf gegen Donald Trump unterstützte. Während Starbucks unter Schultz' Leitung in der EU stets wegen angeblicher Steuertricks in der Kritik stand, positionierte er das Unternehmen in den USA politisch klar - und zwar betont liberal und weltoffen.

Mit öffentlichen Aussagen zu Themen wie Homo-Ehe, Waffengesetzen oder Rassismus gab Schultz Starbucks ein kontroverses Profil und sorgte dafür, dass die Kette vielen Rechten und Trump-Anhängern ein Dorn im Auge ist. Schultz gilt als Architekt und Mastermind hinter dem rasanten Wachstum von Starbucks, das innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffee-Imperium mit über 28.000 Filialen weltweit aufgestiegen ist.

fri / AFP / DPA